Kinderstadt im Küchwald begeistert: Mehr Gehalt für alle in Unicorn City

Unicorn City (Englisch für Einhorn Stadt) wurde die Kinderstadt von den Teilnehmern getauft. Max, Bruno, Erwin, Leoni und Lennox (von oben nach unten) sind mit Beisterung dabei. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz/OT Schloßchemnitz. Kinder an die Macht heißt es noch bis zum 9. August auf dem Gelände des Schullandheimes im Chemnitzer Küchwald. Seit Beginn der Ferien entsteht hier die erste Kinderstadt. Auf Initiative des Auxilium e.V. und mit finanzieller Unterstützung des Europäischen Sozialfonds und der Stadt Chemnitz waren und sind Mädchen und Jungen zwischen 6 und 12 Jahren aufgerufen, etwas eigenes zu schaffen.

Rossi (vorn) und Alisar (hinten) erklären Pete und Alfred, wie man Seile selbst herstellt.

Nach vier Wochen ist schon allerhand zu sehen: kleine Häuser, eine Gaststätte, Kleidung und Bilder. Und natürlich gibt es auch eine eigene Währung: Unicents. Unicorn City wurde die Kinderstadt getauft. Doch was wäre eine Stadt ohne ein Oberhaupt? Aktuell „regiert“ die achtjährige Stella über das Volk.

Bürgermeisterin Stella mit der eigenen Währung der Kinderstadt.

„Immer montags ist Wahl und da müssen die Kinder auch in so einer Art Wahlkampf ihr Programm darlegen“, erklärt Jörg Theile, stellvertretender Vereinsvorsitzender des Auxilium e.V. beim Vororttermin. Wie konnte Stella überzeugen? „Ich habe für alle das Gehalt erhöht“, erklärt die Schülerin der Luisenschule. In der Kinderstadt ist sie mit Begeisterung dabei. „Ich habe Klamotten genäht und Geldsäcke gemacht. Am besten gefällt mir, dass man auch Seile und alles andere selbst machen kann“, erzählt.

Die Heranführung ans Handwerk ist neben der aktiven Auseinandersetzung mit der Stadtgeschichte Hauptanliegen der Kinderstadt. Große Unterstützung erfährt das Projekt deshalb von der Kreishandwerkerschaft. Neben Tischlern-, Bäcker-, Frisör- und anderen Handwerken konnten zum Beispiel auch „Seilschaften“ geknüpft werden. Unter Anleitung von „Rossi“, der sich auf historische Schauseilerei spezialisiert hat, lernen die Kleinen nicht nur die praktische Umsetzung sondern auch, dass die Reeperbahn in Hamburg ihren Namen den Reepschlägern, also den Fachleuten in der Seilherstellung, verdankt.

„Alles, was hier entsteht, ist von den Kindern initiiert worden“, verrät Projektkoordinator Frank Nobis. Dank Unterstützern wie der Firma Richter & Heß, die unzählige Kartons zur Verfügung stellte, konnten Häuser gebaut werden. Zudem wurden eigene Gesetze entwickelt, es gibt mehr als 20 unterschiedliche Berufe unter den Kindern wie Anwälte, Dachdecker, Schmiede und Hilfsarbeiter. „Das macht wirklich wahnsinnig viel Spaß“, freut sich Jörg Theile. Seine Rolle und die der anderen Vereins- und Hortbetreuer ist klar definiert: „Wir sind hier die Dienstleister der Kinder. Es passiert nichts, was nicht mit ihnen abgesprochen ist.“

Nur noch bis zum 9. August haben interessierte Mädchen und Jungen Gelegenheit, selbst beim Schullandheim vorbei zu schauen. Danach schließt Unicorn City seine Pforten. Alles, was bis dahin entsteht, wird eingelagert. Denn auch 2019 wird die Kinderstadt wieder zum Wandeln auf historischen Pfaden einladen. Dann soll das Gelände vor dem Schloßbergmuseum Schauplatz sein.

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