Kleine kommen groß raus: Umweltpreise vergeben

Kleine machen sich für die Umwelt stark: Gemeinsam Mist ihrer Erzieherin Susann Raschke präsentieren Jolien, Luna, Maxim und Emil (v.l.n.r.) ihr Projekt „Die Kräuterblume“. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Heute Nachmittag wurden in einer festlichen Veranstaltung im Konferenzzentrum der eins energie der Umweltpreis für Kinder und Jugendliche 2019 verliehen und gleichzeitig wurden die Preisträger des Frühjahrsputzes 2019 „Für ein sauberes Chemnitz“ mit dem „Goldenen Besen“ geehrt.

Mit dem Chemnitzer Umweltpreis werden von der Stadt Chemnitz – mit Unterstützung der Partner eins energie, Südsachsen Wasser GmbH und dem Abfallentsorgungs- und Stadtreinigungsbetrieb der Stadt Chemnitz – jährlich die besten Ideen und Projekte von Kindern und Jugendlichen für einen aktiven und nachhaltigen Umweltschutz sowie gelungene Umweltbildung gewürdigt. Ausgezeichnet werden Projekte, die eine intensive Auseinandersetzung mit dem Schutz der Umwelt und ein aktives Handeln verlangen sowie nachhaltig angelegt sind. Der „Goldene Besen“ ging an die Schüler/innen des Karl-Schmidt-Rottluff-Gymnasiums, die bereits zum zweiten Mal gewannen.

Die Gewinner des Goldenen Besen.

Preisträger
Kinderhaus Leonardo: In der Altersklasse der Kindertagesstätten wurden die Kinder des Kinderhauses Leonardo aus Erfenschlag für die Arbeit „Die Kräuterblume“ mit Urkunden und 300 Euro ausgezeichnet. Es wurden Kräuter gepflanzt, gepflegt und genascht sowie ein Kräuterbuch mit getrockneten Pflanzen angelegt. Die Kinder lernten so sehr früh, dass gesunde Ernährung auch in unserer Natur zu finden ist.

BIP Kreativschule: In der Altersklasse der Grundschulen belegte das Theaterprojekt „Das ist kein Mee(ä)rchen“ der BIP Kreativitätsschule den mit 300 Euro dotierten 1. Platz. Die Schüler der 4. Klassen führten im Rahmen der Schultheaterwoche im Fritz Theater und im Schauspielhaus Chemnitz ihr Stück auf, das sich mit der Verschmutzung der Weltmeere beschäftigte. Dabei wurden Themen wie Ölpest, Überfischung, Erwärmung der Ozeane oder Plastikmüll und Piraterie kritisch beleuchtet.

Nicht nur die Kleinsten sondern auch Schüler wie Nick Haubold (v.l.) und Falco Eigner (hinten)wurden ausgezeichnet.

Zwei Familien aus Ebersdorf: Zwei Familien aus Ebersdorf mit ihren 4 und 7 Jahre alten Kindern befreiten den Ebersdorfer Dorfbach und das sich anschließende Landschaftsschutzgebiet von Abfall, vor allem von Plastikmüll. Dabei lernten die Kinder, wie wichtig eine saubere Umwelt ist. Eine kleine Dokumentation wurde durch die Kinder selbst erstellt. Für dieses Engagement mit ihrem Projekt „Drei Müllsäcke, zwei Familien, eine Aktion“ erhielten die vier Kinder den 2. Preis und 200 Euro in ihrer Altersklasse.

Kinder des Terra Nova Campus – die Entdeckerschule: Die Teilnehmer des Terra Nova Campus waren in diesem Jahr zum wiederholten Mal beim Umweltpreis dabei. Sie erarbeiteten ihr umfangreiches Projekt „Nur Natur“. In diesem komplexen Thema lernten sie natürliche Bestandteile unserer Umwelt kennen. Sie bauten Nistkästen und haben diese im Bereich ihrer Schule angebracht. Mit einer Blumenwiese schufen die Schüler den Insekten einen Lebensraum. Dazu hatten sie „Samenbomben“ hergestellt. Mit ihrem Ausblick auf künftige Aufgaben ließen sie erkennen, dass Naturschutz ein längerfristiges Projekt auch in Zukunft sein wird. Die Entdeckerschule erhielt ebenfalls einen 2. Preis und 200 Euro.

Drei Schüler: Die Schüler Niklas Schönherr, Amidala Rost und Lenny Brehme lernten in ihrem Projekt „Was passiert in der Kläranlage?“ wie eine Kläranlage funktioniert und welche Untersuchungen des Trinkwassers stattfinden. Sie bastelten verschiedene Stufen der Wasseraufbereitung zu Hause nach und testeten deren Funktionsweise. Für diese Arbeit erhielten sie den 3. Preis in ihrer Altersklasse und 150 Euro.

Nick Haubold: In der Altersklasse der Klassen 5 bis 8 hat sich Nick Haubold mit einer Vielzahl verschiedener Möglichkeiten zur „Erhaltung und Förderung der Artenvielfalt im Kleingarten“ auseinandergesetzt. Im Garten seiner Großeltern setzte er Maßnahmen zum Schutz von Igeln um. Für Insekten und Vögel hat er Unterkünfte geschaffen und sein besonderes Augenmerk galt den Bienen. Die Bepflanzung des Gartens wurde auf Pflanzen ausgerichtet, die speziell Insekten Nahrung bieten. Besonders bedeutsam war sein Engagement, Artenvielfalt durch öffentlichkeitswirksame Maßnahmen in die Breite zu tragen. Für sein Projekt erhielt er den 1. Preis und 300 Euro.

Marewa Berner: Mit der Schädigung unserer Umwelt durch Plastikmüll beschäftigte sich auch Marewa Berner in ihrem Projekt „Plastikmüll in unserer Umwelt“. Sie recherchierte umfassend, einschließlich eines Besuchs im Umweltbundesamt in Dessau. In ihrer Arbeit konnte sie sehr weitreichend darstellen, vor welcher Herausforderung die Menschheit steht. Angefangen vom steigenden Aufkommen an Plastikmüll über die Verseuchung der Weltmeere bis hin zu praktischen Auswirkungen auf die Tierwelt in den Meeren und deren dramatische Schädigungen stellte sie die globalen Auswirkungen sehr plastisch dar. Schließlich versuchte Marewa zwei Wochen „plastikfrei“ zu leben. Es gelang ihr unerwartet umfangreich. Insbesondere die sogenannten „unverpackt-Geschäfte“ waren hierfür unerlässlich. Mit dem 2. Preis, dotiert mit 200 Euro, wurde diese Leistung gewürdigt.

„Leuchtturm“ des Caritasverbandes für Chemnitz und Umgebung e. V und Nachhall e. V. Chemnitz: Die Tagesgruppe „Leuchtturm“ des Caritasverbandes für Chemnitz und Umgebung e. V. hatte in Kooperation mit dem Nachhall e. V. Chemnitz das im Rahmen des ESF geförderte Projekt „Natur in Kinderhände“ eingereicht. Die Teilnehmer arbeiteten dabei im Saatgutgarten und erlernten dort Fähigkeiten und Fertigkeiten für ihr zukünftiges Leben. Sie beteiligten sich an den Themen des Nachhall e. V. und arbeiteten während des gesamten Jahres mit an naturnaher Bewirtschaftung am innerstädtischen Garten. Dafür erhielten sie den 3. Preis und 150 Euro. Darüber hinaus leistete die Tagesgruppe „Leuchtturm“ eine vorbildliche Arbeit beim Heranführen von Kindern an die Themen des Umweltschutzes. Hierfür hat sich die Jury für einen zusätzlichen Sonderpreis von 150 Euro entschieden.

Zwei 6. Klassen des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums: Mit dem sehr aktuellen Thema des Insektensterbens setzten sich die Klassen 6/4 und 6/5 des Dr.-Wilhelm-André-Gymnasiums unter dem Thema „Nehmt es selbst in die Hand – Aktives Handeln gegen das Insektensterben“ auseinander. Sie lernten verschiedenste Insekten und deren Aufgaben in unserer Umwelt kennen. Mit Insektenhotels sollte verschiedensten Insekten ein Zuhause gegeben werden. Für diese Arbeit hatten sie einen weiteren 3. Platz und 150 Euro errungen.

In der Altersklasse der 9. Klassen bis zum Alter von 20 Jahren wurden drei Preise vergeben:
Falco Eigner: Er beschäftigte sich mit Insekten und Lebewesen in Wiesen und setzte sich in diesem Zusammenhang selbstverständlich auch mit dem Insektensterben auseinander. Dabei verfolgte er den Ansatz, dass für die Arterhaltung und den Schutz derer Lebensräume die genaue Kenntnis der Arten notwendig war. Hierzu hat er ein Verfahren entwickelt, mit dem anhand der einzigartigen Laute der Tiere deren Bestimmung sicher identifiziert werden sollten. Mit seinem Thema „Die Gesänge der Wiese entschlüsseln“ nahm er am Bundesfinale von Jugend forscht teil. In Chemnitz erhielt er in seiner Altersklasse den 1. Preis und 300 Euro.

Mitglieder der Solar-AG des Georgius-Agricola-Gymnasiums: Sie befassten sich seit vielen Jahren mit dem Bau von Solarmobilen und folgen damit mit dem energiepolitisch forcierten Trend zur Elektromobilität. Seit 2013 nehmen die Schüler der Solar-AG an Wettbewerben teil und erringen dort immer wieder Preise. Dieses Thema bietet dabei immer neue Herausforderungen zum Forschen nach neuen Materialien, konstruktiven Lösungen und auch gestalterischen Varianten. So wurden Lösungen mit aufgesetzten Landschaften entwickelt und gebaut. Auch technische Varianten, z.B. eine Fahrtrichtungsumkehr, wurden getestet. Für die Fortsetzung dieses erfolgreichen Wegs erhielten sie für „Solar angetriebene Modellfahrzeuge – von der Idee bis zur erfolgreichen Umsetzung“ den 2. Preis und 200 Euro.

Schüler der Oberschule am Flughafen: Ein interessantes Thema untersuchten drei Schüler der Oberschule am Flughafen. Mit ihrem Projekt „Was ist Nano?“ hatten sie zunächst ermittelt, um welche Dimensionen es sich handelt. Sie stellten fest, welche vielfältigen Möglichkeiten Nanotechnologie in der praktischen Anwendung, genannt sei hier nur der Einsatz für den Lotuseffekt, bietet. Aber auch die Risiken für unsere Umwelt hatten sie z.B. betrachtet und festgestellt, welche Auswirkungen Nanopartikel beim Austrag aus Düngemitteln und Sprays oder beim Abgasausstoß von Abfallverbrennungsanlagen haben. Für ihre Arbeit erhielten sie den 3. Preis und 150 Euro.

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