König, Karl Marx & Karriere

Martin König ist mit seinem Label „karlskopf“ erfolgreich. Foto: IHK

Mit „Köpfchen“ und der IHK in die Selbständigkeit

Chemnitz. Dass Karl Marx bis heute nichts an Aktualität verloren hat, beweist Martin König mit seinem Label „karlskopf“. Auf T-Shirts prangt das Konterfei des großen Philosophen mal mit Sonnenbrille, mal als Matrose oder mal als Wikinger. Die Idee dahinter ist so einfach wie genial: Martin König versetzt Karl Marx einfach in das hier und heute oder lässt ihn gänzlich in andere Jahrhunderte abtauchen.

Das Ergebnis sind originelle T-Shirts, Sweatshirts, Hoodies und Socken, die der 30jährige Betriebswirt online vertreibt und seit Anfang Juni auch in seinem eigenen Laden auf dem Chemnitzer Brühl anbietet. Die steigenden Kundenanfragen geben ihm recht, denn Bestellungen kommen aus ganz Deutschland und darüber hinaus.
Die Idee, das bekannteste Motiv seiner Heimatstadt für Kleidung zu nutzen, kam dem gebürtigen Karl-Marx-Städter und bekennenden Fan ausgefallener T-Shirts bereits 2012 während des Studiums in Münster. Mit einem befreundeten Kunststudenten setzte er diesen Einfall um und der „chillende“ Karl Marx, der mit seiner leuchtend blauen Sonnenbrille entspannt die Welt betrachtet, war geboren.
Aus diesem ersten Motiv sind mittlerweile 19 geworden. Und weitere sollen folgen, denn Martin König sprudelt geradezu vor Kreativität. Zu jedem Motiv gibt es eine eigene Geschichte, die auf einem kleinen Kärtchen gedruckt jedem Shirt beiliegt. Eines ist ihm dabei aber besonders wichtig: Neutralität.

„Meine Kunden identifizieren sich mit dem Motiv, nicht mit politischen Ideologien. Skater greifen zum Beispiel gern zum ‚Chiller‘, während besonders an der Küste der maritime Marx gefragt ist“, erläutert König.

Direkt im Haupterwerb in die Selbstständigkeit zu starten, ist eine besondere Herausforderung. Auch König wollte erstmal im Nebenerwerb testen, wie seine Idee bei Kunden ankommt. Er ist einer von 3105 Gründern im Kammerbezirk Chemnitz, die im Jahr 2019 auf diesem Weg erste Erfahrungen mit dem Thema Selbstständigkeit sammelten. „Man muss einfach den Mut fassen, sich selbstständig zu machen, auch wenn eine Menge Papierkram und Arbeit darin steckt“, meint König.

Die IHK Chemnitz unterstützte ihn dabei tatkräftig, gab Tipps, Hinweise und erstellte Stellungnahmen, die bei Banken und für Fördermittelprogramme notwendig sind. Die Gründerberater der IHK Chemnitz unterstützen Existenzgründer an allen Standorten/Regionalkammern mit Einstiegs- und Gründungsberatungen sowie fachkundigen Stellungnahmen bei der Beantragung von Förderprogrammen. Dabei begleitet das Gründerberaterteam die Vorhaben von der ersten Idee bis zur tatsächlichen Gründung sowie bei der Festigung des jungen Unternehmens nach dem Start.

Bereut hat Martin König seinen Schritt in die Selbständigkeit bis heute nicht. Noch ist er zwar halbtags fest angestellt, aber seine eigene Existenzgründung benötigt immer mehr Zeit um neue Motive zu erstellen, Siebe für den Druck anzufertigen und sich auf Kundenakquise zu begeben. Deshalb hat Martin König nun das Ziel, sein Unternehmen im Haupterwerb zu führen.
„Im Herbst soll es soweit sein“, meint der Existenzgründer zuversichtlich und seine Planungen sehen sogar einen Mitarbeiter für sein Ladengeschäft vor.

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