Konstant hohe Zahl an Lehrverträgen: Handwerk lockt auch mit neuen Möglichkeiten

HWK-Präsident Frank Wagner (l.) und der Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung, Ralf Berger, vor dem entrollten Banner am HWK-Hauptgebäude. Es soll Lust auf Handwerk machen. Foto: Cindy Haase

Region. Das Handwerk hat nichts an seiner Attraktivität verloren. Über eine konstant hohe Zahl an Lehrverträgen kann sich deshalb die Handwerkskammer Chemnitz freuen. Mit 1.847 Lehrlingen in 101 Berufen (Stand 31. August) beginnen ähnlich viele Auszubildende im Jahr 2018/19 ihre Lehre wie im Vorjahr (1863).

Während im Schnitt die Zahlen auf Vorjahresniveau sind, gibt es auch einige Ausreißer nach oben und unten. Während die Nachfrage nach einer Ausbildung der Berufe Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Zimmerer, Kraftfahrzeugmechatroniker und Elektroniker deutlich gestiegen ist und die Zahl der neuen Lehrverträge im Straßenbauer-Handwerk fast verdoppelt wurde, gibt es auch andere Tendenzen.

„Wir verzeichnen einen deutlichen Rückgang im Ausbildungsberuf Friseur und Friseurin“, gesteht Frank Wagner. Der Präsident der Handwerkskammer Chemnitz (HWK) ist hinsichtlich des Rückganges von 146 auf 113 Lehrerhältnissen innerhalb eines Jahres auch ein wenig ratlos. „Wir können es nicht wirklich erklären“, sagt er. Zwar habe es schon länger einen gewissen Trend gegeben, aber so krass war der Rückgang dann doch nicht zu erwarten. Somit ist der Beginn eines neuen Lehrjahres auch für die HWK immer ein bisschen wie eine Wundertüte. „Wir müssen auf die stetig wechselnde Nachfrage auch bei uns immer wieder neu einstellen“, verdeutlicht Hauptgeschäftsführer Markus Winkelströter. So müssten Werkstätten umgebaut, Bildungskapazitäten ausgebaut und alte Hallen reaktiviert werden.

Flexibilität ist auch sonst Trumpf: So betonten HWK-Präsident Wagner ebenso wie Ralf Berger, Präsident des Landesamtes für Schule und Bildung (LASUB) die Notwendigkeit, die Oberschulen als wichtigste Schulart für den handwerklichen Nachwuchs zu stärken. Das Gymnasium sei längst nicht immer die beste Wahl. „Viele glauben ja, wenn ich ab der 5. Klasse auf die Oberschule gehe, gehöre ich zu den Verlieren. Das ist nicht so!“, betont Wagner.

Mittlerweile machen sich HWK und LASUB auch für ganz neue Wege stark. So soll es die Duale Berufsausbildung mit Abitur in Sachsen (DUBAS) ab dem Lehrjahr 2019/20 für Elektroniker geben. Der Vorteil: Die jungen Leute erwerben nicht nur das Abitur – und damit die Möglichkeit, später doch noch zu studieren – sondern auch parallel dazu einen vollwertigen Beruf. Damit stehen ihnen zahlreiche Wege – zum Beispiel auch die Übernahme eines Betriebes – offen.

Aktuell werden noch Jugendliche gesucht, die das machen wollen. Sollte daraus eine Erfolgsgeschichte werden, ist die Variante auch für andere Ausbildungen denkbar.  „Es wird mit offenen Ohren aufgenommen, welche Karrieremöglichkeiten es im Handwerk gibt“, freut sich HWK-Präsident Wagner. Um die Lust auf eine handwerkliche Tätigkeit zu stärken, wurde in der vergangen Woche bei der HWK auch ein überdimensionales Plakat entrollt. „Und? Was hast Du heute gemacht?“ weißt auf die Tatsache hin, dass im Handwerk am Ende des Tages auch das Geschaffte sichtbar wird.

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