Konzerte zum Geburtstag: 150 Jahre Göthel-Orgel in Gahlenz

Torsten Lange liegt die Göthel-Orgel in der Gahlenzer Kirche besonders am herzen. Damit das Instrument auch künftig während der Gottesdienste erklingt, nimmt er seit Herbst 2016 bei Orgellehrer Carsten Hauptmann, Kantor in Frankenberg Unterricht und lässt sich somit zum ehrenamtlichen D-Kantor ausbilden. Foto: Constanze Lenk

Die Gahlenzer Orgel feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. Das Ereignis ist für die Kirchgemeinde ein Anlass, das würdig geehrt werden muss. Der Borstendorfer Orgelbauer Christian Friedrich Göthel (1804 bis 1873) erbaute die Königin der Instrumente im Jahre 1869. Dabei nahm er sich im 19. Jahrhundert, die Werke Gottfried Silbermanns zum Vorbild, deren Bauweise er im Umland unter anderem auch bei Reparaturarbeiten studieren konnte. Gefeiert wird das Jubiläum mit drei Konzerten.
Den Auftakt macht am 25. Mai, um 17 Uhr Landeskirchenmusikdirektor Markus Leidenberger, mit Werken von Dietrich Buxtehude, Johann Gottfried Walther, Johann Sebastian Bach, Felix Mendelssohn Bartholdy. Der Eintritt ist frei, um eine Kollekte wird gebeten.

Am 4. August, um 17 Uhr, gratulieren die Gahlenzer ihrer Orgel zum runden Geburtstag. Es wird ein musikalischer Abend, mit Musik und Gesang, den die Einwohner des Ortes gestalten.
Am 6. Oktober, um 17 Uhr, dürfen sich Gahlenzer und Gäste auf ein besonderes Highlight an der Orgel in Gahlenz freuen. Bei „Orgel im GROOVE“ wird Orgelsound – Bandgrooves – Choräle zum Zuhören und Mits(w)ingen geboten.

Außerdem wird es am 8. September zum Tag des offenen Denkmals Orgelführungen in der Gahlenzer Kirche geben. Die Besucher können dabei auch einen Blick ins Innere der Orgel werfen.

Der Orgelbauer
Christian Friedrich Göthel war der Sohn eines Geigenbauers in Borstendorf bei Oederan und erlernte zunächst den Beruf des Vaters. Den Orgelbau eignete er sich, zusammen mit seinem früh verstorbenen Bruder Gottlob Friedrich, autodidaktisch
an. Dabei nahm er sich, wie so viele sächsische Orgelbauer im 19. Jahrhundert, die Werke Gottfried Silbermanns zum Vorbild, deren Bauweise er im Umland unter anderem auch bei Reparaturarbeiten studieren konnte. Seine eigenen Neubauten, solide und mit hohem handwerklichen Anspruch gefertigt, verschafften Göthel Aufträge im ganzen Erzgebirge. Von den etwa 30 nachgewiesenen Orgeln sind 16 überwiegend in sehr gutem Zustand erhalten, dazu mehrere der mit schönem Schnitzwerk versehenen Gehäuse. Obwohl in der technischen Anlage und im Klangaufbau an Silbermann orientiert, ging Göthel schon in seinen ersten Instrumenten auch auf die musikalischen Anforderungen seiner Zeit ein, indem er die von Silbermann verwendete Palette an Klangfarben um Flöten und Streicher in den Grundstimmen erweiterte.
Die 1869 erbaute zweimanualige Orgel in Gahlenz bietet im Hauptwerk mit dem Prinzipalchor auf Achtfußbasis und drei weiteren Grundstimmen eine Disposition, wie sie auch Silbermann gebaut haben könnte, jedoch ohne das typische Cornett.
Der Prospekt, in barocken Formen mit drei aus der Gehäusefront heraustretendenTürmen und flachen Zwischenfeldern in Harfenform, greift Gestaltungselementevergleichbarer Orgeln Silbermanns, aber auch von dessen Schülern auf. Der Mittelturm
Diebis auf die in Zink ersetzten Prospektpfeifen und das Zusatzregister original erhaltene Gahlenzer Orgel wurde 2016 überholt.
Hier die 150-jährige Göthel-Orgel in Bildern. Fotos: Constanze Lenk



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