Künstler im Vorfeld von #wirsindmehr: „Müssen ein klares Zeichen setzen“

Unter großem Medieninteresse fand die PK im Vorfeld des Konzertes statt.

Chemnitz. Im Vorfeld der für den heutigen Montagabend geplanten Veranstaltung #wirsindmehr in Chemnitz haben sich Veranstalter und Mitwirkende der Presse präsentiert.

“Wir erwarten mehr als 20.000 Besucher“, so Sören Uhle, Geschäftsführer der CWE. Die Sicherheit werde in enger Abstimmung mit der Polizei sichergestellt. „Wir gehen von einem friedlichen Verlauf des Konzertes aus“, fügte er hinzu. Zur Finanzierung äußerte er, die Kosten für die Veranstaltung würden durch eine Menge an Unterstützern getragen. „Es sind aber keine Steuergelder“, so Uhle.

“Die Berichte der letzten Tage haben uns bewegt. Wir sind Chemnitzer und werden es immer sein,  auch wenn alle Kameras weg sind. Wir sind  nicht naiv und glauben nicht, dass ein Konzert alle Probleme löst. Aber manchmal hilft es, wenn man nicht allein ist“, so Kraftclub-Frontmann Felix Brummer. Er sei sehr dankbar, dass all diese Musiker hier seien. Auch der gebürtige Karl-Marx-Städter zeigte sich schockiert über die Ereignisse in seiner Geburtsstadt. Es befremde ihn auch sehr, dass man als Linksextremist eingestuft werde, nur weil man gegen Fremdenhass auf die Straße gehe.

Materia: „Wir waren sofort dabei. Mir geht es vor allem um die Menschen hier, die nicht so denken“, äußert er in Hinsicht auf die Ausschreitungen. Monchi von Feine Sahne Fischfilet: „Das hätte auch in jeder anderen Stadt passieren können. Wenn so ein Mord instrumentalisiert wird, muss man sein Privileg, so bekannt zu sein nutzen, um etwas dagegen zu tun.“ Der rassistische Mob habe sich aus seiner Sicht gefreut über den Mord, weil er dadurch endlich die Möglichkeit haben, wieder Leute platt zu machen. So ein Konzert könne logischerweise nicht alles sein, aber es könne ein Anfang sein.

Vor allem Campino stand im Mittelpunkt des Interesses.

Campino von Die Toten Hosen: „Wir haben uns wahnsinnig gefreut, dass wir als alte Cowboys kurz vor der Rente noch gefragt wurden,hier mit zu machen.“ Da seine Band aus Düsseldorf, der Partnerstadt von Chemnitz komme, glaube er schon, dass auch sein Bürgermeister das gut heiße. Sein Lob gilt aber vor allen den vielen zu erwartenden Menschen, die ein Zeichen setzten mit der Aktion. Er erwarte ein positive Dampfwalze, die über die Stadt fege.

Am Abend werden auch rund 50 Spendensammler vor Ort sein. Das eingenommene Geld wird zur Hälfte der Familie des getöteten Daniel H.sowie zum anderen Teil Organisationen in Sachsen, die sich gegen Rassismus einsetzen.

Das bereits vorab veröffentlichte Statement der Künstler: “Tausende Leute ziehen durch Chemnitz, instrumentalisieren einen erbärmlichen Mord und jagen wieder Menschen aufgrund ihrer Herkunft oder Hautfarbe. Es geht ihnen nicht darum zu trauern, sondern um ihrem Hass freien Lauf zu lassen. Es waren jedoch auch tausende Leute auf der Straße, die diese Hetze nicht hinnehmen wollen. Jede einzelne Person von Euch feiern wir. Diesem rassistischen Mob hat man nicht unwidersprochen die Straße zu überlassen.“.

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