Kultur- und Freizeitwirtschaft spielt 346 Millionen Euro ein

Auch die Gastronomie profitiert von der Kultur- und Freizeit-Wirtschaft. Foto: pixabay.com

Erste Studie zur Kultur- und Freizeitwirtschaft

Chemnitz. Um sich ein Bild von der Tourismuswirtschaft im Kammerbezirk Chemnitz machen zu können, hat die Industrie- und Handelskammer Chemnitz (IHK) erstmalig eine Studie in Auftrag gegeben, bei der Kultur- und Freizeitwirtschaft von der dwif-Consulting GmbH in München unter die Lupe genommen wurde.
Neben dem Anlegen einer Adressdatenbank mit sämtlichen Freizeiteinrichtungen und Veranstaltern gab es auch genaue Umsatzzahlen. „Die Gesamtumsätze der Tourismusbranche belaufen sich auf 346 Millionen Euro pro Jahr, das sind immerhin 53 Millionen Steuern“, analysierte Dr. Manfred Zeiner von der dwif-Consulting.
Grundlage für die Datenerhebung war die Befragung von 345 Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie 123 Großveranstaltungen in den Reisegebieten Erzgebirge, Vogtland, der Region Zwickau und der Stadt Chemnitz von Juni bis Juli 2019. Der Untersuchung zufolge besuchen etwa 11 Millionen Gäste im Jahr die Kultur- und Freizeiteinrichtungen im Kammerbezirk der IHK Chemnitz. Hinzu kommen weitere 4 Millionen Besucher von Veranstaltungen.
IHK-Hauptgeschäftsführer Hans-Joachim Wunderlich, der auch stellvertretender Vorsitzender des Tourismusverbandes Erzgebirge e. V. (TVE) ist, spricht von der Branche als: „elementaren Teil der Tourismuswirtschaft, aber auch enorm bedeutend für die einheimische Bevölkerung und die Lebensqualität in einer Region“. Die Effekte gehen bei weitem über die Umsätze aus Eintrittspreisen hinaus. Direkten Nutzen haben das Gastgewerbe, der Einzelhandel und die Dienstleistungswirtschaft. Hans-Joachim Wunderlich verweist auf „über 9000 Personen, die aus den erwirtschafteten Umsätzen ihr Einkommen erzielen und Steuereinnahmen von rund 53 Mio. Euro im Jahr“.
Von den Umsätzen sind allein 71,1 Millionen Euro dem Einzelhandel und 85,5 Millionen Euro dem Gastgewerbe zuzuschreiben. „Leider mangelt es an der Zusammenarbeit verschiedener Unternehmen. Die Zahlen wären deutlich höher, wenn sich Einzelhandel, Gastgewerbe und Tourismusbranche vernetzen und unterstützen würden“, so Zeiner.
Denn jeder, der nach Chemnitz fährt, um dort eine Veranstaltung oder Freizeiteinrichtung besucht, muss tanken, essen und nimmt vielleicht auch noch das eine oder andere Souvenir mit. Aber leider kochen die meisten Unternehmen ihr eigenes Süppchen, statt sich gegenseitig zu stärken und mit der IHK zu kooperieren.
Investitionen würden zu wenig getätigt werden, was nicht nur dem Fachkräftemangel, sondern auch einer fehlenden Start-Up-Mentalität zugeschrieben werden kann. Auch ist das Online-Ticketing mit weit unter 35 Prozent ist so gut wie gar nicht ausgebaut. 11 Millionen Gäste besuchen jährlich den Kammerbezirk Chemnitz in Freizeiteinrichtungen wie Theater, Zoo, Freizeitbäder Museen und anderen Einrichtungen, weitere vier Millionen besuchen Veranstaltungen wie Stadtfeste, Sportveranstaltungen und Konzerte.
„Um den (Tages-)Touristen sowie den Einheimischen Kultur- und Freizeitangebote in Sachsen auf einem Blick bieten zu können, wird die IHK Chemnitz im nächsten Jahr eine Website anlegen, auf der man das Angebot mit einem Klick finden und stundenlange Recherche vermeiden kann“, bietet Silvio Dabrowski, Referent für Tourismus und Gastgewerbe von der IHK Chemnitz an. Damit würde ein einzigartiger Service angeboten für alle Menschen, die in ihrer Freizeit in Sachsen etwas erleben wollen. sch/red

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