Leere Stühle als Protest

Andi Saller vom Gasthaus 1470 und Kollegin Cindy Reimer waren ebenfalls bei der Aktion „Leerer Stuhl“ in Zwickau vertreten. Fotos: Alice Jagals

Zwickau. Jeder Stuhl ist ein plakativer Protest. Sachsens Gastwirte stellten in Zwickau heute 323 Stühle auf den Hauptmarkt der Schumannstadt. Stühle, auf die sich kein einziger Gast setzte. Es ist die Angst der Wirte. Sie fühlen sich von der Politik im Stich gelassen.

Die Aktion startete bereits vergangene Woche in Dresden vor der Frauenkirche. „Es haben sich wirklich viele hier in Zwickau beteiligt“, sagt Andi Saller vom Gasthaus 1470. „Doch heute finden auch an kleineren Orten solche Aktionen statt, sonst wären wahrscheinlich wirklich fast alle der 90 angeschrieben Gastronomen vertreten gewesen.“ In Zwickau mitgemacht haben stattdessen 35 Gastro-Betriebe.

Ihre Forderungen:
1. Erweiterung des Bundeszuschusses „Soforthilfe“ als ergänzende Landeszuschüsse für Unternehmen auch mit mehr als 10 Mitarbeitern
2. Klarstellung zum Soforthilfe-Zuschuss
3. Aufstockung des Kurzarbeitergeldes auf 90 Prozent
4. Einführung von 7 Prozent Mehrwertsteuer für Gastgewerbe

Dass die Sieben-Prozent-Regelung nun zumindest für ein Jahr Anfang dieser Woche durch die Bundesregierung beschlossen wurde, sei für Saller nur ein Tropfen auf den heißen Stein. „Damit können wir auch nicht rausholen, was wir sonst in zwölf Monaten verdient hätten.“

Auch, wenn in manchen Einrichtungen ein Mindestabstand möglich wäre, so sieht Saller in seinem Haus wenig Möglichkeiten. „Das 1470 ist sehr klein und eng und auf zwei Etagen verteilt.“

Insofern scheint eine Lösung noch in weiter Ferne. „Hoffentlich nicht“, so der Gastronom.

 

 

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