Lehrerverbeamtung: Ein Kommentar

Lehrerverbeamtung: Ein Kommentar.

 

Der Geist, den sie riefen…

Von Sven Günther
Da haben sich die alten Hexenmeister der sächsischen Politik ein für sie gefährliches Früchtchen ins Haus geholt.
Kaum hatten sie dem Schuldirektor Haubitz ministeriale Macht in die Hand gegeben, dreht der doch tatsächlich das walle walle Wasser der Verbeamtung von Lehrern auf.
Rauschender Applaus auf den Schulkorridoren im Freistaat, Heulen und Zähneklappern bei christlich demokratischen Politikern:
„Wie kann der Kerl es bloß wagen…“ – „Hat doch gar keine Ahnung von Politik…“ – „Ungeheuerlich!“ – „Was erlauben Haubitz!?“
So schimpfen sie, die neuen Kollegen des kecken Kultusministers und wünschen ihn sich schnellst möglich in die Reihen der Direktoren zurück.
Weg soll er bleiben von den Debattierzirkeln und Verhandlungstischen, dieser Haubitz. Dieser Praktiker, der mit seinem Hang zum Pragmatismus komplex scheinendes Politikerdenken konterkariert.
„O du Ausgeburt der Hölle! Soll das ganze Haus ersaufen? Seh ich über jede Schwelle doch schon Wasserströme laufen…“
Man wünschte sich, es würde in nachgoethischen Zeiten kein allmächtiger Hexenmeister kommen, der die von Haubitz ausgelösten Schwälle bremse. Statt dessen müsste das entsetzliche Gewässer der Verbeamtung das ganze antiquierte Föderalismusdenken aus dem Haus fluten und dafür sorgen, dass die Politiker begreifen, dass Bildung ein staatstragendes Gut ist.

STAATStragend! Nicht LÄNDERtragend!

Es ist Irrsinn, wenn sich Hessen und Bayern und Sachsen und Berliner etc. Pädagogen abluchsen. Es ist falsch, wenn es unterschiedliche
Lehrpläne gibt. Es ist nicht hinzunehmen, wenn im reichen Deutschland, das seinen ganzen Reichtum einzig und allein gebildeten und fleißigen Menschen verdankt, im Zusammenhang mit Bildung das Wort „Finanzierbarkeit“ fällt.
Nein, wir müssen uns ein exzellentes Niveau schon in Kitas, an Schulen und Universitäten etwas kosten lassen. Ich hoffe, dass der gerufene Unruhegeist Haubitz die Politiker nie mehr loslässt und dazu beiträgt, dass unser Bildungssystem gründlich von Schwachstellen gereinigt wird. Koste es, was es wolle.

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