„Lichtblick“ am Arbeitsmarkt

Nino Sciretta, Chef der Annaberger Arbeitsagentur
Fotos: BA, André Kaiser

Annaberg-Buchholz. Gute Nachrichten vom Arbeitsmarkt: Nach dem deutlichen Anstieg im April und Mai sank die Arbeitslosen-Zahl im Erzgebirgskreis nun im letzten Monat wieder um 477 auf 8.444 Menschen. Damit liegt die Arbeitslosenquote aktuell mit 4,9 Prozent wieder unter der 5-Prozent-Marke, allerdings immer noch deutlich höher als im Juni des letzten Jahres (4,1 Prozent).

Nichts desto trotzt zeigt sich Nino Sciretta optimistisch. Der Chef der Annaberger Arbeitsagentur zur jüngsten Entwicklung: „Im Juni ist die Arbeitslosigkeit im Erzgebirge um mehr als fünf Prozent gesunken. Nach den stark steigenden Zahlen in den vergangenen zwei Monaten ist das ein erster Lichtblick. Im Juni meldeten sich weniger Personen aus einer Erwerbstätigkeit heraus arbeitslos als noch vor einem Monat. Rund 850 Personen konnten eine neue Beschäftigung aufnehmen und auch die arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen nahmen im Juni wieder an Fahrt auf.“

Allerdings sagt er auch, dass immernoch viele Unternehmen zurückhaltend sind und weniger freie Arbeitsstellen als üblich gemeldet würden. „Der Bestand an offenen Stellen ist um rund 20 Prozent zum Vorjahr gesunken. Das Gleiche gilt für die Ausbildungsplätze. Auch hier ist Zurückhaltung spürbar“, so Sciretta. Die Anzahl der gemeldeten Ausbildungsstellen liege 14 Prozent unter Vorjahresniveau. Sein Appell an die Ausbildungsbetriebe: „Wichtig ist, die Zukunft in der aktuellen Zeit nicht aus den Augen zu verlieren. Fachkräftebedarfe gab es vor der Krise und wird es auch weiterhin geben. Die betriebliche Ausbildung ist ein wichtiger Anker und Quelle für zukünftige Fachkräfte. Unternehmen sollten auch während der Krise an ihren Auszubildenden festhalten und freie Ausbildungsstellen melden. Die Jugendberufsagentur und der Arbeitgeber-Service unterstützen dabei und vermitteln freie Lehrstellen.“

Deutlich weniger Anträge auf Kurzarbeit

Ein weiteres positives Zeichen ist, dass im Mai und Juni „deutlich weniger Anzeigen auf Kurzarbeit hinzugekommen sind“. So verzeichnete die Arbeitsagentur im letzten Monat lediglich noch 88 Anzeigen. Zum Vergleich: „Während des Shutdown im April waren es monatlich mehr als 2.700 Anzeigen. Die meisten kamen aus dem KfZ-Handel, dem Verarbeitenden Gewerbe und dem Baugewerbe.“

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