Lukrativer Denksport fürs Gehirn: eSport und Online Casinos erfordern ähnliches Geschick

Profisport erfordert heute nicht mehr zwingend körperliche Geschicklichkeit und Leistungsfähigkeit, sondern kann oftmals sogar im Sitzen ausgetragen werden: eSport ist ein moderner Berufsweg, mit dem Profis in der Tat ihren Lebensunterhalt verdienen – oftmals bereits in jungen Jahren. Per Computer oder Konsole werden Disziplinen wie Fußball oder Basketball per Videogames gespielt und hoch dotierte Turniere abgehalten.

Zunächst in den Medien wie auch von den Eltern der oftmals minderjährigen Stars kritisch beäugelt, ist eSport inzwischen weitgehend anerkannt und respektiert. Online Casinos und virtuelles Glücksspiel erfordert ganz ähnliches Geschick und ist nicht minder lukrativ, wenngleich es bisher nicht zum Beruf erkoren wurden. Worin unterscheiden sich die Spiele und was macht sie verwandter, als weitgehend angenommen wird?

Fotos: Pixabay

eSport erfordert hartes Training

Unser Alltag wird nach und nach komplett digitalisiert. Viele Tätigkeiten und Hobbys, die wir bisher fern vom Computer, in der analogen Welt betrieben, laufen heute virtuell ab. Große Sportereignisse wie Fußballmeisterschaften, Basketball-Events oder Autorennen gibt es natürlich nach wie vor, doch hat sich die digitale Version solcher sportlichen Ereignisse inzwischen zur eigenen Disziplin entwickelt. FIFA, NBA und Nascar werden an Videokonsolen gespielt, und wer besonderes Geschick dabei beweist, kann zum virtuellen Profisportler aufsteigen. Der NDR veröffentlichte die Karrierelaufbahn des semi-professionellen, 21-jährigen eSportlers Yannik Ersahin, der beim Fußballverein Holstein Kiel offiziell unter Vertrag steht, wo er allerdings nur nebenbei auf dem echten Feld steht und auch nur, um für den eSport körperlich fit zu bleiben. Zur Ausbildung gehört jedoch neben wöchentlich 20 bis 30 Stunden Training an der Konsole auch ein Fernstudium in Sport und Business-Management, vor allem, weil der Karriereweg so neu ist, dass er kaum als sicher gelten kann.

Ist eSport tatsächlich ein Sport?

 Das Computermagazin Chip berichtet, dass in Japan und Korea eSport bereits offiziell als sportliche Disziplin anerkannt wird, und auch in Deutschland betreiben ihn mehrere Spieler bereits als lukrativen Beruf. Live-Publikum, zahlkräftige Sponsoren, Aufstiegsligen und hochdotierte Preisgelder – der digitale Sport wird dem echten immer ähnlicher. Dabei wird nicht nur Mannschaftssport betrieben, auch bei Spielen wie Fortnite, Counter-Strike oder League of Legends kann ein Vermögen verdient werden.

Ein 16- und 17-jähriges Spielerduo aus Österreich und Norwegen sahnte beim Fortnite-World-Cup im Juli 2019 drei Millionen Dollar, umgerechnet rund 2.7 Millionen Euro, ab. Eine haarsträubende Summe für das Videospielen? Technologische Entwicklungen erfordern Umdenken in der Gesellschaft, denn wer es bei derartigen Spielen zum Profi-Level schafft, braucht Geschick, einen haarscharfen Verstand, strategisches Denken und viel Übung. Warum eSport also nicht zur echten Sportdisziplin machen? Immerhin ähneln diese Kompetenzen denen von professionellen Schach- oder Dartspielern. Was wiederum die Frage aufwirft, ob denn auch Online-Gewinnspiele den Aufstieg zum anerkannten Hobby verdienen.

Die Psychologie von Online Casinos und Videospielen

Anstatt sich in Spielhallen und Casinos aufzuhalten, sind Slots, Roulette, Blackjack im Internet zugänglich, Wetten können bei virtuellen Pferde- und Autorennen ganz ähnlich wie bei realen Events abgeschlossen werden, Jackpots können online, bequem vom Bildschirm aus geknackt werden. Sind sich die beiden Online-Spielbereiche also ähnlicher, als allgemein angenommen wird?

Videospiele wie auch Online Casinos basieren auf dem Gleichen psychologischen Schema, dem Aufbau von Spannung und der daraus entstehenden Gratifikation. Bei beiden wird das Belohnungszentrum im Hirn aktiviert. Die Ausschüttung von Adrenalin beim Gewinn ist in diesem Fall der körpereigene Belohnungsmechanismus, ganz ähnlich wie es bei Extremsportarten oder Achterbahnfahren der Fall ist. Gleichzeitig entsteht eine Feedback-Schleife aus Verlangen und Genüge, beeinflusst vom Glückshormon Dopamin. Hormone signalisieren uns, wann das Verlangen gestillt ist, und wann vom Hirn der Start der Schleife erneut signalisiert wird.

Online-Gambling erfordert Geschick, Geduld und strategisches Denken

Erfolgreiches Online-Gambling setzt Denkleistung und Planung voraus, wie zum Beispiel das Entwickeln einer erfolgreichen Roulette-Strategie, wobei sich drei Hauptstrategien unterscheiden, die den Spielern die größtmöglichen Gewinnchancen bieten. Geduld, Übung und schlaue Datenanalyse, gerade beim Auswerten von Quoten in Wettspielen, sind ebenso notwendig. Bei beiden Spielen kommt es auf hohe Konzentrationsfähigkeit an, und diese muss in der Regel geübt werden. Auch das Verlieren mag natürlich gelernt sein. Professionelle eSport-Vereine stellen ihren Stars therapeutische Betreuung zu Verfügung, zum Beispiel um die Disziplin zu fördern, die nötig ist, um eine Niederlage zu verkraften. Gleiches gilt fürs Glücksspiel, wo Frustration und Ärger über einen Verlust den Fortgang des Spiels schnell negativ beeinflussen können.

Obwohl eSport und Online Casinos ähnliches Geschick, Übung sowie Ausdauer erfordern, besitzen sie unterschiedlichen Bekanntheitsgrad. Es ist womöglich die große Popularität und gigantische Vermarktung von Video- und Computerspielen wie auch oftmals deren Anlehnung an große traditionelle Sportevents und Mannschaften, die diesen Kultcharakter verleiht. Im Vergleich dazu ist in vielen Ländern, wie beispielsweise auch in Deutschland, das Online-Gambling noch immer nicht gesetzlich erlaubt. Auch Altersbeschränkungen mögen eine Rolle spielen: Videogames werden bereits im Kinder- und Jugendalter gespielt, und genau von diesen Zielgruppen auf sozialen Plattformen wie Facebook und YouTube begeistert diskutiert. Wer im Internet-Casino spielen will, muss volljährig sein und eine Kreditkarte besitzen. Fest steht, dass beide Industrien explosionsartig wachsen, was gleichzeitig neue Karrierechance eröffnet – sei es als Profisportler beim eSport, aber auch für Programmierer, App-Entwickler und Webdesigner.

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