Mächtig viel Theater ums Theater

Ist Thomas Beierlein (CDU) künftig in den Entscheidungen, die die Gewandhaus-Sanierung betreffen befangen? Fotos/ Montage: Alice Jagals

Ist Thomas Beierlein (CDU) künftig in den Entscheidungen, die die Gewandhaussanierung betreffen, befangen? Fotos/ Montage: Alice Jagals

Zwickau. Befangen oder nicht? Diese Frage stand nach einer erneut langen Diskussion des Stadtrates am Donnerstagabend im Raum. Dabei sollte es eigentlich um ein grundsätzliches Bekenntnis zur Gewandhaussanierung im Umfang von 14,2 Millionen Euro gehen.

Nachdem jeder zur Thematik Stellung genommen hatte, zweifelte zunächst Ute Brückner (Die Linke) mit den Worten „Weiß Herr Beierlein etwa mehr als wir hier im Stadtrat?“ und dann mit Nachdruck Sven Wöhl (Die Linke) die Mitwirkung von Thomas Beierlein (CDU) als Stadtrat an.

Das Nachhaken schien nicht unbegründet. Schließlich habe er in seiner beruflichen Funktion als Bausachverständiger das Brandschutzgutachten für das Gewandhaus erstellt. Er könnte also befangen sein.

Doch da sich das auf die Schnelle nicht nachprüfen ließ, unterbracht Oberbürgermeisterin Pia Findeiß den Tagesordnungspunkt und vertagte diesen.

Über was wurde zuvor diskutiert?
Klar war,  dass vielen Stadträten die Dimension des Vorhabens noch ziemlich undurchsichtig schien. Zunächst änderte sich im Laufe der Zeit immer wieder die Investitionssumme von anfänglich neun auf 14,2 Millionen Euro. Dann wurde bis zum heutigen Tag noch nicht eindeutig festgelegt, was genau die Sanierung beinhalte. „Und dabei sollte das Gewandhaus schon zum Jubiläumsjahr 2018 im neuen Glanz erstrahlen“, betonte Sven Itzek (AfD).

Und ein weiterer Punkt stand im Raum: Könnte man nicht lediglich die Gebäudehülle, also das Nötigste sanieren, damit der Komplex erhalten bleibt? „Es ist kein Dogma, dass das Gewandhaus auch eine Spielstätte sein muss“, sagte Bernd Rudolph (Die Linke), der sich dennoch für das Theater an sich aussprach. Sven Itzek hingegen bemängelte das anscheinende allgemeine Desinteresse eine völlig neue Spielstätte zu bauen. „Bei 14 Millionen Euro wird doch nicht Schluss sein. Es handelt sich hier schließlich um ein Denkmal“, so Itzek. Eine Außensanierung würde völlig ausreichen und man könnte den Komplex immerhin als Fundus nutzen.

„Diese Sanierung würde rund vier Millionen Euro kosten und zudem bekommen wir das Vorhaben nur gefördert, wenn anschließend die Nutzung durch das Theater gesichert ist“, verdeutlichte Baubürgermeisterin Kathrin Köhler. „Und außerdem handelte es sich beim Kornhaus auch um ein Denkmal und hier sind wir im Kostenrahmen geblieben“, fügte Oberbürgermeisterin Pia Findeiß hinzu.

Als „teuerstes und riskantestes Projekt“ bezeichnete Tristan Drechsel das Vorhaben, dessen Kosten noch mehr steigen werden, „je länger wir damit warten“. Bedacht werden sollte seiner Meinung auch, dass es keine kleine Bühne geben werde, da das TiM (Theater in der Mühle) nun an die GGZ GmbH verkauft wurde und somit nicht mehr zur Verfügung steht.

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