Marcel Schrötter: „Ich habe bewiesen, dass ich kämpfen kann!“

Marcel Schrötter. Foto: Steffen Ullmann

von Doreen Müller-Uhlig

Sachsenring.  Für die Sachsenring-Fans ging gestern beim HJC Helmets Motorrad Grand Prix ein großer Wunsch in Erfüllung – endlich wieder einen deutschen Fahrer auf dem Podest bejubeln! Dafür sorgte am Rennsonntag Dynavolt Intact GP Pilot Marcel Schrötter.

Der 26-jährige zeigte bereits während des gesamten Wochenendes, dass er es ernst meinte und unbedingt wieder um den Sieg mit kämpfen möchte. Noch im Interview mit dem Wochenendspiegel Anfang der Woche verriet Schrötter, dass es nun mal auch an der Zeit wäre seinen starken Teamkollegen Thomas Lüthi zu schlagen. Dies gelang Schrötter mit seinem dritten Platz beim deutschen WM-Lauf ebenfalls!

Marcel Schrötter fühlte sich anschließend erleichtert. „Es ist schwer, die Erleichterung momentan zu spüren, denn ich habe mir eigentlich vorgenommen, um den Sieg zu kämpfen. Man hat das Gefühl, nicht ganz erreicht zu haben was man wollte“, so Schrötter anschließend. „Leider hat es nicht ganz gereicht, um vorn mitkämpfen zu können. Es war ein schwieriges Rennen und man musste sich die Reifen gut einteilen. In der zweiten Runde hat mich der Wind erwischt und ich wollte keinen Sturz riskieren, oft sind solche Fehler dann ausschlaggebend für einen Rennsieg.“

Mit Kontrahent Iker Lecuona liefert sich der Deutsche bis zum Schluss einen harten Zweikampf und zeigte damit, dass er entgegen jeglicher Kritiken auch gegenhalten kann. „Iker ist schon ein aggressiver Fahrer, der auch nicht oft weit vorn ist und ich bin froh, dass auch überstanden zu haben“, erinnert sich Schrötter. „Ich denke ich kann sehr wohl kämpfen. Das Problem ist oft bei mir vom Kopf her, wo ich auf verwalten fahre und nicht mehr bei 110% bin, aber die letzten Rennen habe ich immer dagegen gehalten, auch wenn man dies bei einem Kampf um Platz 10 nicht direkt sieht.“

Teamkollege Thomas Lüthi sammelte mit Platz 5 ebenfalls wichtige WM-Punkte für Intact GP und trug damit zur positiven Stimmung im Team bei, auch wenn sich das Gefühl für das Motorrad bei Schrötter noch nicht wesentlich verbessert hat. „Das Gefühl, was wir hatten, ist schwierig einzuschätzen. Ich glaube aber, dass es hier jedem so ging und wir dadurch näher ran waren, obwohl ich mich gar nicht so gut auf dem Motorrad fühlte. Wir müssen auf jeden Fall noch etwas weiter suchen. Wie heute, da habe ich bis eine halbe Stunde vorm Rennen noch nicht gewusst, welchen Reifen ich fahren soll und welcher mir besser hilft. Alle fahren mit dem weichen und ich tendiere zum harten, weil der weiche mir viel zu viel Bewegung gibt“, erklärte Schrötter sein Dilemma nach dem Rennen.

„Ich bin dann vor dem Rennen doch auf die sichere Variante gegangen, da müssen wir noch unsere Routine reinbekommen, wie am Anfang vom Jahr, wo wir genau wussten was wir mit zwei Klicks einstellen können.“

Der Podestplatz bei seinem Heimrennen fühlte sich dennoch ganz besonders für Schrötter an. „Ich habe den Platz nicht geschenkt bekommen, wir mussten wirklich darum kämpfen mit zwei Fahrern, die sehr aggressiv sind und ich denke ich habe bewiesen, dass ich kämpfen kann bis zur letzten Runde!“

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