Marco Wanderwitz: Roxette, Adi, Karl May und die AfD

Marco Wanderwitz (li.) wechselt zu Peter Altmaier ins Wirtschaftsministerium, ist neuer Ostbeauftragter der Bundesregierung. Foto: BMWE

Wanderwitz: „Ich sehe mich als Brückenbauer und –verstärker“

Von Sven Günther
Region. Er ist der neue Mann der Bundesregierung für den Osten. Marco Wanderwitz. Rechtsanwalt. Im Bundestag sitzt er für die CDU seit 2002. Sein Wahlkreis überschneidet sich mit den Landkreisen Erzgebirge, Chemnitzer und Zwickauer Land. Wanderwitz, quasi ein Erzgebirgs-Chemnitz-Zwickauer.
Seit letztem Jahr war er als Parlamentarischer Staatssekretär in Seehofers Innenministerium, wechselt jetzt ins Wirtschaftsministerium.
Der vierfache Familienvater ist seit 2019 mit seiner CDU-Bundestagskollegin Yvonne Magwas (Vogtland) liiert, verzichtet auf FACEBOOK, teilt sich aber via TWITTER mit.

Seit 2012 begleite ihn der WochenENDspiegel. Hier gab er sein erstes Twitterview, äußerte sich zur Homoehe, holte Ursula von der Leyen in die Heimat, machte Politik per Telefon, erklärte, warum er kein Quoten-Ossi ist und bekannte sich dazu, ein JA-Sager zu sein.

Im WochenEndspiegel beantwortet der neue Ostbeauftragte der Bundesregierung heute Fragen zum Amt und zu seiner Vergangenheit.

WOCHENENDSPIEGEL:
Aus welchen Gründen braucht es 30 Jahre nach der Wende einen Ost-Beauftragten?

MARCO WANDERWITZ:
Weil es immer neue viele politische Themenstellungen gibt, die Spezifika der Neuen Länder haben. Da braucht es eines Vertreters/Anwalts in der Bundesregierung. Das sind alte Themen aus DDR-Zeiten und jüngere. Und ich sehe mich auch als Brückenbauer und -verstärker zwischen Ost und West.

WOCHENENDSPIEGEL:
Ist nicht die Kluft Stadt/Land größer als die Unterschiede Ost/West?

MARCO WANDERWITZ:
Ja. Gleichwertige Lebensverhältnisse sind eine gesamtdeutsche Herausforderung. Aber eben auch eine ostdeutsche.

WOCHENENDSPIEGEL:
Im Osten ist die AfD besonders stark. Wie wollen Sie mit der Partei und mit den rund 20 Prozent der Menschen umgehen, die die AfD gewählt haben?

MARCO WANDERWITZ:
Die Funktionärsebene der AfD hat sich wie die ganze Partei immer weiter radikalisiert. Das ist offensichtlich. Deshalb sind bspw. Auch bereits 3 der damals 11 sächsischen Bundestagsabgeordneten aus der AfD ausgetreten. Rechtsradikales Gedankengut ist dort mehrheitsfähig. Mit solchen Leute habe ich nichts zu besprechen.
Allerdings sind Diejenigen, die die AfD nicht deshalb wählen, für mich wichtige Gesprächspartner. Für die zu lösenden Probleme – damit sie wieder Demokraten wählen können.

DIE KLEINE OSSI-SCHNELLFRAGE-RUNDE

Welche Band haben Sie als Jugendlicher gehört, welche standen auf Ihrem Federkästchen? Roxette.

Was war Ihre erste AMIGA-Schallplatte? Hatte keine (mehr); Herbst 1989 gerade 14 geworden. Mein-Sternrekorder und Bayern3 haben gut zusammen funktioniert für die Musik.

An welche Fernseh-Serie erinnern Sie sich besonders gern? Raumschiff Enterprise.

Welches war Ihr Lieblingsbuch? Vieles von Karl May vor allem, am liebsten das Buschgespenst.

Zu welcher Fußballmannschaft haben Sie gehalten? Immer Aue! Und Bayern.

Waren Sie ein Schulessen-Kind? Meine Oma hat immer gekocht!

Vanille, Schoko oder Erdbeere bei der Schulmilch? Schoko.

Mifa oder Diamant? Mifa. Aber sehr bald Schwalbe😁.

Hatten Sie Westfernsehen? Ja, Gott sei Dank. Wir haben viel geschaut. Im DDR-Fernsehen gefiel mit „Mach mit, mach’s nach, mach’s besser“ mit Adi.

Welche Zeitungen haben Sie gelesen? In dem Alter faktisch noch keine damals. Als Kind die ABRAFAXE.

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