MDR: 6,8 Millionen Euro Verlust!

Der Tatort ist die teuerste MDR-Sendung, kostet 1,3 Millionen Euro.
FOTO: DAS ERSTE

MDR: Tatort kostet 1,3 Millionen Euro

Von Sven Günther

Sachsen. Zehn Millionen Euro weniger Rundfunkbeiträge durch die Beitragssenkung um 48 Cent auf 17,50 Euro und immer weniger Wohnungen. Das sind laut MDR-Bilanz die Gründe für ein 6,8 Millionen Euro Defizit im Jahr 2016. Dazu kommen weniger Einnahmen aus Wertpapieren und ein gestiegener Materialaufwand. Der Sender hatte vorher gut verdient, stopft das Loch komplett aus den Rücklagen.

Intendantin Karola Wille: „Es ist und bleibt auch für die nächsten Jahre notwendig, dass wir weiterhin konsequent Sparmaßnahmen umsetzen, ohne dass Vielfalt und Qualität unserer Angebote dadurch beeinträchtigt werden“.

Immerhin ist der Mitteldeutsche Rundfunk mit 9,5 Prozent das erfolgreichste dritte Programm, steigerte den Wert im Vergleich mit 2015 um 0,5 Prozent. Im Sendegebiet rangiert er hinter ZDF (11,9 Prozent), ARD (11,5) und RTL (9,7) auf Rang vier.

Dabei setzt der MDR stark auf die Themen Politik und Gesellschaft. In diesem Bereich wurden 28,5 Prozent der Sendeminuten ausgestrahlt. Die Kosten: 120 Millionen Euro. 769 Euro pro Minute.

Es folgt das Ressort Familie mit 16 Prozent für 28,8 Millionen Euro, was 327 Euro je Minute entspricht. Kultur (14,5 Prozent/26,4 Mio Euro), Unterhaltung (11,3 Prozent/43,3 Millionen Euro) und Spielfilm (10,9 Prozent/900.000 Euro) folgen.

Zum Leidwesen vieler Vereine nimmt der Bereich Sport nur 4,1 Prozent der Sendeminuten ein, ist aber mit 14,1Millionen Euro (630 Euro je Minute) relativ teuer. Im Durchschnitt gibt der MDR die Kosten pro gesendeter Minute mit 444 Euro an. Der Hörfunk schlägt im Jahr 2016 mit 161,8 Millionen Euro zu Buche. 35 Euro pro Minute.

Interessant ist die Zahl der Wiederholungen, die ebenfalls in der Jahresbilanz 2016 stehen. So wurden 15.806 Minuten Spielfilm erstausgestrahlt. Dagegen 44.276 Minuten Wiederholungen. Im Bereich Politik gab es 84.023 Minuten in der Erstausstrahlung, 72.636 Wiederholungen. Beim Fernsehspiel lag das Verhältnis Erstausstrahlung/Wiederholung bei 4508:49.639.

Der Hörfunk schlägt im Jahr 2016 mit 161,8 Millionen Euro zu Buche. 35 Euro pro Minute.

Der Mitteldeutsche Rundfunk beschäftigt 2080 fest angestellte Mitarbeiter, bekommt von den 17,50 Euro Rundfunkbeitrag 8,57 Euro, wovon das Fernsehen allein 3,90 Euro benötigt. Das Radio kostet 2,09 Euro und der Lieblingssender in der Region „MDR 1 Radio Sachsen“ erhält von den 8,57 Euro nur 0,40 Cent.

Schon im November letzten Jahres hatte www.wochenendspiegel.de über die Kosten beim MDR berichtet.

So teuer ist Ihre Lieblingsendung im MDR

MDR-Intendantin Karola Wille bezieht ein Einkommen von 275.000 Euro jährlich – 22.916 Euro pro Monat. Dazu wurden Kosten einzelner Sendungen genannt. An der Spitze steht der Tatort, der pro Folge 1,3 Millionen Euro kostet.

Der „Sachsenspiegel“ schlägt mit 38.000 Euro je Sendung zu Buche, Sport im Osten mit 91.000 Euro. Die Kosten der Hauptnachrichtensendungen „MDR aktuell“ sowie der verschiedenen Kurznachrichten betragen pro Tag knapp 48.000 Euro.

 

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