Mehr Fahrgäste aber auch mehr Sorgen bei der CVAG

Genügend Fahrzeuge hat die CVAG vorrätig. Nur an ausreichend Fahrpersonal mangelt es derzeit. Das hat mehrere Ursachen. Foto: Cindy Haase

Chemnitz.

Rund 200.000 Menschen mehr als im Vorjahreszeitraum und damit insgesamt 33 Millionen nutzten 2018 die Busse und Bahnen der Chemnitzer Verkehrsbetriebe AG (CVAG). So richtige Freude darüber will aber derzeit bei Vorstand Jens Maiwald nicht aufkommen. Zu groß und massiv sind die Personalprobleme, die das Unternehmen derzeit umtreiben – und für Verärgerung bei der Kundschaft sorgen.

Aufgrund eines Krankenstandes von teilweise bis zu 18 Prozent im Februar musste die CVAG den ansonsten nur während der Sommerferien geltenden Fahrplan mit längerer Taktung auch in den Winterferien einsetzen. Nun ist ab 4. März wieder der reguläre Fahrplan in Kraft getreten. “Allerdings können wir auch dann nicht ausschließen, dass Fahrten ausfallen”, gesteht Maiwald.

Denn nicht nur der aktuell immer noch bei 12 Prozent liegende Krankenstand verursacht das Problem. Der CVAG fehlt insgesamt ausreichend Fahrpersonal. Im März 2019 liegt dieser bei 328 Personen – vertraglich gebunden sind aber nur 314 und von denen sind eben jene mehr als zehn Prozent krankheitsbedingt nicht verfügbar.

Dabei hat seit 2016 die CVAG 144 neue Mitarbeiter im Fahrdienst eingestellt. Doch neben altersbedingten Abgängen und internen Wechseln kommen auch Kündigungen hinzu. Zudem schlägt sich ein personeller Mehrbedarf aus der Leistungserweiterung im Liniennetz nieder. “Der Arbeitsmarkt für Fahrer ist zudem wie leer gefegt”, weiß Maiwald. Deshalb setzt das Unternehmen nun verstärkt auf Aus- und Weiterbildung. Acht Fahrer werden bis Juni mit ihrer Ausbildung fertig, weitere 17 Quereinsteiger bis August.

Um den Personalmangel entgegen zu wirken, werden zukünftig auch die Linien 46 und 96 durch Subunternehmer bedient. Insgesamt liegt der Anteil der an Subunternehmer bei etwa 14 Prozent. Diese bedienen umgerechnet 1,4 Millionen Kilometer der jährlich insgesamt 10 Millionen Kilometer Strecke aller Linien zusammen.

Eine weitere Maßnahme, die helfen soll, den Personalengpass abzufedern ist eine Änderung der Linienführung der Linien 1 und 2. Beide verkehren bis auf weiteres nicht mehr über Bahnhofstraße und Brückenstraße.

Trotz aller Probleme verwehrt sich auch Sven Schulze, Bürgermeister der Stadt Chemnitz und ab Mai Aufsichtsratsvorsitzender der CVAG gegen einen medialen Rundumschlag. “Wir stehen als Stadt hinter der CVAG”, versichert er. Es handle sich auch um kein typisches Chemnitzer Probleme. Auch in Leipzig würden jetzt alternative Konzepte, wie zum Beispiel der Einsatz serbischer Straßenbahnfahrer, getestet. “Wir können uns zusätzliche Fahrer aber nicht herzaubern”, fordert er auch ein gewisses Maß an Geduld.

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