Migration seit 2 Millionen Jahren ein Thema: Neue Ausstellung ab 1. Mai im smac

Dr. Sabine Wolfram erklärt das Ansinnen der Ausstellung. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Viel wird in der heutigen Zeit über Migration und Fremde diskutiert. Dabei entsteht bisweilen der Eindruck, als ob es sich dabei um ein neuezeitliches Phänomen handelt. Das dies beileibe nicht so ist, zeigt die neue Sonderausstellung im Staatlichen Museum für Archäologie Chemnitz (smac). Unter dem Titel „2 Millionen Jahre Migration“ werden Besucher ab 1. Mai mitgenommen auf eine lange Reise in die Migrationsgeschichte.

Die Ausstellung zeigt, dass Migration zur Menschheitsgeschichte dazugehört. In vier „Würfeln“ lässt sich im smac erleben, wie sich die Menschen von Afrika aus verbreiteten. Exponate und Karten sind in Koffern, Boxen und Schubladen versteckt und wecken so den Forscherdrang. Sie verdeutlichen, warum und wie Menschen (aus)wanderten und welche Auswirkungen das hatte.

Denn Fakt ist: Migration gab es schon immer. Bereits vor zwei Millionen Jahren suchten sie andere Gegenden auf, um ihr Leben zu verbessern. Nahrung, Wasser und Material für Werkzeuge und Waffen sind die Hauptgründe dafür. Dabei bewegten sich die Menschen sowohl innerhalb einer Region als auch weiter weg. Sie besiedelten sogar neue Kontinente.

Neueste Ergebnisse der Paläogenetik, die Genmaterial aus archäologischen Funden untersucht, zeigen unsere Wurzeln in Afrika und Westasien auf. Gerade aus diesen Regionen kommen auch heute wieder Menschen nach Europa, was umfassende und hochemotionale Debatten auslöst.

Die Ausstellung deckt nicht die kompleten zwei Millionen Jahre ab sondern klammert sie Zeit ab 4800 Jahre vor dem Jetzt aus. „Sie zeigt aber: Der Mensch ist kein Baum und hat keine Wurzeln sondern Beine und ist dadurch immer in Bewegung“, fasst Museumschefin Dr. Sabine Wolfram sehr bildlich zusammen.

Service
Die Ausstellung im smac ist bis zum 14. Juli 2019 zu sehen.

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