Mineraliensammler stürzt in einem Stollen in die Tiefe – eine beispielslose Rettungsaktion beginnt

Fotos: Daniel Unger

Erla/Antonsthal. Es ist 00:52 Uhr in einem hellerleuchtetem Wald zwischen Erla und Antonsthal. Totenstille trotz 100 Einsatzkräften vor Ort. Männer der Grubenwehr und Bergwacht laufen durch einen Spalier aus Feuerwehrleuten durch den Wald, mit einer Trage. Kurzer Applaus ist zu hören. Circa 5 Minuten dauert der Weg vom Mundloch des Stollens durch unwegsames Gelände bis zum Rettungswagen. Was war passiert? Am Sonntagnachmittag gegen 15:00 Uhr waren 2 Mineraliensammler im Stollen unterwegs. Einer stürzte, mit Geröll und Holzlatten, in die Tiefe. Der Kollege eilt aus dem Stollen, braucht ca. 1 Stunde für den Weg nach draußen, um Hilfe zu holen.

Gegen 17:00 Uhr heulen die Sirenen von Schwarzenberg bis Erlabrunn. Mit dem Alarmstichwort “Person in Notlage, Person im Schacht” machen sie die Kameraden der Feuerwehren auf den Weg. Schnell wird klar, die Grubenwehr der Wismut und sächsischen Bergsicherung, die Bergwacht Rittersgrün, ein Fachberater vom Oberbergamt Freiberg sowie der Bergbau und Höhenrettungszug der Stadt Annaberg Buchholz müssen alarmiert werden. Auch der Betreuungszug der SEG des DRK Aue-Schwarzenberg sowie der Versorgungszug der Johanniter aus Aue werden alarmiert.

20:40 Uhr gibt es die erste Rückmeldung von drinnen nach draußen “Patient ansprechbar – Arm gebrochen”. Möglich wurde dies durch eine verlegte künstliche Telefonleitung. Der Aufwand, der betrieben werden musste, war enorm. Das ganze Equipment, Technik etc. musste an den Unglücksort transportiert werden, denn der Verletzte war über 2 Ebenen in die Tiefe gestürzt und 800m im Inneren des Stollens. Die Wasserwacht Schwarzenberg wurde alarmiert. Das Wasser auf dem Weg zum Verletzten stand teilweise bis auf Brusthöhe, eine spezielle Schwimmtrage musste her. Insgesamt 100 Einsatzkräfte, davon 40 Untertage sind bis gegen 03:00 Uhr noch mit den Aufräumarbeiten beschäftigt. Solch ein Einsatz in dieser Größenordnung und Art und Weise ist sehr ungewöhnlich, dennoch lief alles ruhig und geordnet ab. Insgesamt 3 Verletzte sind die Bilanz. 1 Feuerwehrmann, der Kollege der Hilfe holte (Erschöpfung und Unterkühlung) sowie der schwerverletzte Mann der von den Rettern befreit werden musste.

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