MobiApp Chemnitz bietet direkten Kontakt zur Stadtverwaltung

Caroline Woyke (l.), Projektleiterin „Smart Urban Services“ beim Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation, und Anna Galda von der Stabstelle Strategieentwicklung Morgenstadt bei der Stadt Chemnitz, zeigen vorm Rathaus wie die MobiApp funktioniert. Fotos: Cindy Haase

Chemnitz. Wie oft nutze ich im Durchschnitt Bus und Bahn? Wieviel Strecke bin ich in der Stadt zu Fuß unterwegs? Welche Anlaufpunkte gefallen mir besonders gut? Wo fehlt eventuell noch eine Sitzmöglichkeit? Wer sich für solche Fragen interessiert, kann sich jetzt die MobiApp der Stadt Chemnitz aufs Telefon laden und somit auch zum  Gelingen eines wissenschaftlichen Projektes beitragen.

Mit der App können auch Bewertungen abgegeben werden.

Die App ist nämlich einer von drei sogenannten Smart Urban Services, die vom Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation Stuttgart in Zusammenarbeit mit der Stadt Chemnitz entwickelt werden. “Damit besteht die Möglichkeit, gemeinsam die Stadt mitzugestalten”, sagt Anna Galda, Leiterin der Stabstelle Strategieentwicklung, Morgenstadt bei der Stadt Chemnitz. So können Nutzer beispielsweise die Stadtverwaltung per App darauf hinwiesen, dass ein bestimmter Platz stark verschmutzt ist, dass ihnen eine Einrichtung oder ein Ort gefällt oder “hier fehlt eine Sitzgelegenheit”.

Die ausgewerteten Daten werden anonymisiert ausgewählten Ämtern der Verwaltung Verfügung gestellt. Dies verhindert Rückschlüsse auf Einzelpersonen und schützt die Privatsphäre der Bürger. Die Daten werden zudem erst nach aktiver Zustimmung und Freigabe durch die Nutzer in einer eigens entwickelten Dienstleistungsplattform zur Verfügung gestellt. Die App ist im Playstore kostenlos erhältlich. Sie läuft allerdings nur auf Android-Geräten. Wer als Apple-Nutzer auch mal testen möchte, hat die Gelegenheit, bei der Stadt kostenlos ein Android-Mobiltelefon auszuleihen.

“Damit wird der direkte Kontakt zur Stadtverwaltung forciert, Wünsche und Hinweise gelangen zu den entsprechenden
Ansprechpartnern innerhalb der Verwaltung und können so schneller umgesetzt werden”, heißt es dazu von Seiten der Stadtverwaltung. Denn die App macht schließlich nur Sinn, wenn auch Personal vorhanden ist, um sich den Bürgerhinweisen aktiv zu widmen. “Dazu sollen noch weitere Schritte implementiert werden”, so Anna Galda. Noch offen ist auch die Frage, wie es nach Ablauf der Projektförderzeit Ende 2018 weitergeht.

Die Morgenstadtinitiative ist ein Projekt der Fraunhofer-Gesellschaft. Seit 2014 wurden im Rahmen der »Morgenstadt-Initiative« bundesweit circa 100 Millionen Euro an öffentlichen Geldern generiert, die im Rahmen von nationalen oder europäischen Forschungsprojekten in Pilotstädten zur Entwicklung von konkreten Lösungsansätzen für Problemfelder von Kommunen bei der Entwicklung zur Stadt von morgen angewendet wurden.

Hintergrund Smart Urban Services

Nachdem im Sommer 2017 bereits 28 Bluetooth-Sensoren zur Erhebung von Bewegungsdaten in der Chemnitzer Innenstadt sowie zwei Umweltsensoren installiert und in Betrieb genommen wurden, wird mit dem Launch der MobiApp der zweite Baustein des Forschungsprojektes „Smart Urban Services: Datenbasierte Dienstleistungsplattform für die urbane Wertschöpfung von morgen“ vorgestellt. Das Forschungsprojekt wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung gefördert und läuft noch bis Ende des Jahres 2018. Chemnitz ist eines von zwei Stadtlaboren innerhalb des Forschungsprojektes. Die mobile Anwendung wurde von Wissenschaftlern des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation Stuttgart gemeinsam mit Mitarbeitern der Stadt Chemnitz entwickelt.

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