Modell der neuen Ausbildung für Erzieher startet

Sie sind die allerersten: Die Stadt Chemnitz bildet jetzt eigene Erzieher aus. Insgesamt zehn Bewerber*innen des ersten Jahrgangs der berufsbegleitenden Erzieher*innenausbildung unterzeichneten am Mittwoch im Rathaus feierlich ihren Vertrag. Damit startet ein Modellprojekt, in dem erstmals die Ausbildung zu staatlich anerkannten Erzieherinnen und Erziehern über die Stadtverwaltung Chemnitz durchgeführt wird. Ausgewählt wurden dazu neun Frauen und ein Mann im Alter zwischen 18 und 37 Jahren von insgesamt 166 eingegangenen Bewerbungen.

Das Ausbildungsmodell erfolgt in Form der praxisintegrierten bzw. grundständigen vierjährigen Ausbildung. Das heißt die Gesamtverantwortung für die Ausbildung verbleibt (entsprechend dem Schulgesetz) beim Beruflichen Schulzentrum für Gesundheit und Sozialwesen in Chemnitz. Allerdings gibt es einen 14-tägigen Wechsel zwischen schulischen und praktischen Einsätzen.

In den Praxiseinrichtungen werden die Bereiche Krippe, Kindergarten und Hort durchlaufen. Allen Auszubildenden zahlt die Stadt Chemnitz ein Ausbildungsentgelt zwischen 1.190 Euro im 1. Ausbildungsjahr und bis 1.353 Euro im 4. Ausbildungsjahr.

„Bisher handelte es sich bei der Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern um eine rein schulische Ausbildung, die mindestens fünf Jahre dauert bis man formal als Erzieherin oder Erzieher gilt. Dabei gibt es über die gesamte Zeit keine Ausbildungsvergütung. Stattdessen muss Schulgeld gezahlt werden. Das ist nicht zeitgemäß und nicht attraktiv für die jungen Menschen. Vor allem aber ist es keine Wertschätzung gegenüber diesen jungen Menschen, die später so viel Verantwortung tragen werden“, so der Chemnitzer Finanzbürgermeister Sven Schulze.

Bürgermeister Ralph Burghart sieht darin vor allem eine Chance, frühzeitig auf die Engpässe künftiger Fachräfte reagieren zu können: „Es wird zusehends schwer, genügend ausgebildete Erzieherinnen und Erzieher zu finden. Zumal auch in diesem Bereich der demografische Wandel zuschlägt und eine große Anzahl von Erzieher*innen in Rente geht, die jahrelang in den Kindertageseinrichtungen und Horten gearbeitet haben. Potenzielle Quereinsteiger*innen werden häufig von den schlechten Ausbildungsbedingungen abgeschreckt. Aber sie könnten mit ihrer Lebens- und Arbeitserfahrung die Einrichtungen enorm bereichern. Daher hoffen wir mit unserem neuen Modell Quereinsteigern den Einstieg als Erzieher*in erstmals zu ermöglichen.“

Foto: Agentur

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