Morgen NINERS mit erster richtigen Bewährungsprobe

Chemnitz. Den NINERS Chemnitz steht diesen Freitag die erste echte Standortbestimmung der neuen Saison bevor. Am sechsten Spieltag der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA empfangen Sachsens beste Korbjäger in der heimischen Messehalle um 19:30 Uhr die Tigers Tübingen. Beide Teams konnten vier ihrer bisherigen fünf Partien siegreich gestalten und bilden dadurch gemeinsam mit Heidelberg sowie Nürnberg ein punktgleiches
Verfolgerquartett hinter dem noch ungeschlagenen Spitzenduo aus Bremerhaven und Jena.

Wer das Duell am Freitag für sich entscheidet, bleibt den Tabellenführern weiter auf den Fersen, während der Verlierer den Atem der starken ProA-Konkurrenz umso mehr im Nacken spüren wird. „Tübingen gehört wie wir zu den offenkundig ambitionierten Clubs der Liga. Deshalb erwarte ich ein sehr enges Match, bei dem sich für beide Mannschaften zeigen wird, wo genau sie zum jetzigen Zeitpunkt der Saison stehen“, erhofft sich NINERS-Coach Rodrigo Pastore viele Aufschlüsse und bestenfalls einen Sieg:

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„Wir wollen die Punkte in Chemnitz behalten!“ Die Erfolgsaussichten würden mit einer Rückkehr des zuletzt pausierenden Ivan Elliott sicherlich steigen, doch der Einsatz des US-Routiniers ist aktuell ungewiss. „Ivan hat zwei kleinere Blessuren am Handgelenk und am Knöchel. Nichts Dramatisches, aber das Spiel am Freitag könnte noch etwas zu früh kommen“, mutmaßt Pastore, der für den Fall der Fälle abermals die „Next-Man-Up-Mentalität“ seiner Mannschaft beschwört.

„Wir haben einen tiefen Kader und gerade in solchen Situationen können dann die nächsten Spieler in die Bresche springen sowie mehr Verantwortung übernehmen“, erhofft sich Pastore ein ähnliches Auftreten der NINERS wie beim jüngsten Rekordauswärtssieg gegen Schalke, als gleich sieben Akteure zweistellig punkteten und auch Youngster Leon Hoppe mit elf Zählern seine erste echte Duftmarke in der ProA setzte.

Neben der breiten Scoringverteilung erfreute aber vor allem die Intensität und Konzentration, welche das Team insbesondere beim Reboundkampf und in der Verteidigung ab der ersten Spielminute an den Tag legte. „So müssen wir auch gegen Tübingen auftreten, wenn wir als Sieger vom Feld gehen wollen“, betont Pastore.

Der 44-Jährige schätzt die Tigers als ernsthaften Top4-Kandidaten ein, der sowohl die nötige Qualität als auch Quantität mitbringt. „Allein die fünf Amerikaner sind bockstark“, sagt Pastore mit Blick auf die Flügelspieler Marvin Smith (12.6 Punkte pro Partie), Justin Strings (9.4) und Tanner Graham (6.4) sowie das Guard-Duo Kris Davis (11.6) und Diante Baldwin (8.8). Hinzu kommen mit dem 2.15 Meter großen Centerhünen Enosch Wolf
(13.8), Scharfschütze Besnik Bekteshi (10.4), Defensivspezialist Roland Nyama (7) und Combo-Forward Sven Stammberger (7) sehr gute deutsche Akteure.

Einzig unter dem Korb schien Tübingen nach dem Ausfall von Niklas Ney etwas dünn besetzt, doch auch jene Lücke schlossen die Tigers vor gut zwei Wochen, als man den 112-Kilogramm-Brocken Philipp Neumann nachverpflichtete, der bereits 256 Erstligaeinsätze vorweisen kann. „Das ist eine sehr hochwertige Zehner-Rotation, die alle notwendigen Qualitäten mitbringt“, weiß Pastore.

Neben nunmehr neun Neuzugängen lässt aber vor allem der Trainerwechsel die Hoffnungen in Tübingen, das von 2005 bis 2018 durchgängig in der BBL spielte, aufblühen. Schließlich holten die Tigers mit Doug Spradley einen ausgewiesenen „Aufstiegsspezialisten“ an den Neckar. Als Spieler gelang dem Deutsch-Amerikaner 1999 erstmals der Sprung ins Oberhaus, als Trainer führte er 2006 Paderborn, 2015 Würzburg und 2018 Vechta in
die deutsche Basketball-Beletage.

Dabei traf Spradley mit seinen Teams insgesamt vier Mal auf Chemnitz, das jeweils schon von Pastore gecoacht wurde. Die ersten drei Duelle gingen an den heutigen Tigers-Trainer, das letzte Aufeinandertreffen aber entschieden die NINERS und Pastore seinerzeit gegen Vechta im März 2018 mit 89:88 für sich. Bester Chemnitzer Spieler damals war Kapitän Malte Ziegenhagen mit 26 Punkten. Mittlerweile bringt es der Scharfschütze in 110 Zweitligapartien für die „Orange Army“ schon auf 1.498 Zähler, könnte also am Freitag ein Jubiläum feiern und den letzten beiden vor ihm platzierten Spielern, Jaivon Harris (1.764) und Virgil Matthews (1.527), noch näher rücken. Wichtiger aber ist ein Heimsieg, mit dem die NINERS ihren Platz in
der ProA-Spitzengruppe festigen und ein Ausrufezeichen gegen einen direkten Konkurrenten setzen können.

TERMIN: NINERS Chemnitz vs. Tigers Tübingen, Freitag, 18.10.2019, 19:30 Uhr, Messe Chemnitz
von Matthias Pattloch

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