MotoGP: Neue Regeln, gleiche Titelanwärter

Ist das auch dieses Jahr das Duell am Ring wie 2015? Marquez, Lorenzo, Rossi und Pedros sind die ersten vier in der WM. Foto: Tobias Linke/Archiv

Ist das auch dieses Jahr das Duell am Ring wie 2015? Marquez, Lorenzo, Rossi und Pedros sind die ersten vier in der WM. Foto: Steffen Ullmann/Archiv

Hohenstein-Ernstthal/Oberlungwitz. Es sind die gleichen Namen – auch 2016. Trotz aller Regeländerungen (neue Reifen, Einheitselektronik) hat sich an der Rangordnung der MotoGP auch in dieser Saison (fast) nichts geändert. Viele Beobachter hatten wenigstens eine kleine Verschiebung zugunsten der kleineren Teams erwartet, doch die Werksteams bestimmen weiter das Feld. Aus dem teaminternen Duell von Yamaha zwischen Valentino Rossi und Jorge Lorenzo ist in diesem Jahr ein Dreikampf um die WM Krone geworden. Denn: Marc Marquez mischt wieder kräftig bei der Punktevergabe mit. Der Honda Pilot kommt als Führender in der Gesamtwertung an den Sachsenring.

Das Bild hat sich gegenüber der Vorsaison somit massiv verändert. 2015 reiste Valentino Rossi als WM Leader an. 163 Punkte hatte er bis zu dem Zeitpunkt schon gesammelt, zehn mehr als Teamkollege Jorge Lorenzo. In diesem Jahr hat Marc Marquez 145 Punkte vor Jorge Lorenzo (121) und Rossi mit 103 Zählern. Marquez also möglicherweise der große Gewinner vor der Halbzeit der 2016er Saison? Es könnte fast so werden.

Denn der Spanier ist auf dem Sachsenring eine echte Macht. 2010 fuhr er in der kleinsten WM Klasse (125er) den ersten Sieg am Sachsenring heraus. 2011 und 2012 gewann er in der mittleren WM Klasse (der Moto2) ebenfalls in beiden Jahren. Seit Marquez 2013 in die MotoGP aufgestiegen ist, trägt der Siegerpokal am Sachsenring nur noch einen Namen: Seinen. Selbst 2015, in seiner bislang schlechtesten MotoGP Saison bislang, gewann er dieses Rennen. Er geht somit als großer Favorit an den Start.

Hat gut lachen: der Spanier Marquez ist seit 2013 am Sachsenring ungeschlagen. Seine Rivalen nahmen es 2015 bei der Siegerehrung trotzdem mit Humor. Foto: Steffen Ullmann

Hat gut lachen: der Spanier Marquez ist seit 2013 am Sachsenring ungeschlagen. Seine Rivalen nahmen es 2015 bei der Siegerehrung trotzdem mit Humor. Foto: Steffen Ullmann

Einer, der sicher gerne einmal am Sachsenring gewinnen würde ist Stefan Bradl. 2015 wurde es verletzungsbedingt nichts mit einem Start beim Heimrennen. 2016 geht er mit sehr gemischten Gefühlen an den Start. Einerseits wird sich Bradl freuen, vor heimischem Publikum zu fahren, andererseits wird er darüber grübeln, ob es vielleicht sein (vorerst) letzter Auftritt als MotoGP Fahrer am Sachsenring werden könnte.

Der Grund: Sein derzeitiges Team Aprilia, hat ihm für 2017 den Stuhl vor die Tür gesetzt. Keine Vertragsverlängerung, Bradl auf der Suche nach einem neuen Bike. Vielleicht gelingt es ihm mit einem guten Ergebnis beim Heimrennen, dass er sich und seine Fähigkeiten ins Schaufenster für 2017 stellen kann. Es wäre ihm zu wünschen.

Von Markus Kahl

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