“Mythos Atom” – neue Sonderschau im Stadt- und Bergbaumuseum ist der Radioaktivität auf der Spur

Radioaktivität: Das Spektrum changiert zwischen heilender Wirkung und Bedrohung für die Menschheit, zwischen Atomkraft und Atomwaffen, zwischen Strahlenschutz und Endlagersuche.

Museumschefin Andrea Riedel erklärte bei einem ersten Rundgang den Jounalisten und geladenen Gästen die neue Sonderschau.
Foto: Constanze Lenk

Uranbergbau, Atomwirtschaft und der Umgang mit den Hinterlassenschaften stehen im Fokus der neuen Sonderschau im Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg. Das deutsch-tschechische Kooperationsprojekt ist vom bis zum 8. September unter dem Thema “Mythos Atom” zu sehen.
Doch was hat das Thema „Atom“ mit der Silberstadt Freiberg zu tun? Die Antwort liegt, wie sollte es in diesem Jahr anders sein, bei Alexander von Humboldt. Der einstige Student der Bergakademie Freiberg kam damals zu der Erkenntnis: „Der ganze Bergbau ist ein Kampf mit den Elementen.“ An diese These knüpfen die Kuratoren der Ausstellung an und zeigen, wie sehr Radioaktivität zugleich Fluch und Segen ist.
Besonderes Augenmerk liegt auch auf den Aktivitäten der Wismut GmbH und deren Vorgängerinnen. Diese stellt der Ausstellung u.a. historische Fotos, Brigadetagebücher, Fahnen, Wimpel, Ehrenzeichen und auch einige Objekte aus ihrer großen, unternehmenseigenen Kunstsammlung zur Verfügung. Unterstützt wird die Schau zudem vom Bundesamt für kerntechnische Entsorgungssicherheit (BfE).
Dass das ein oder andere Exponat für kontroversen Gesprächsstoff sorgt, dessen sind sich die Initiatoren bewusst. Aber auch das ist Aufgabe eines Museums: durch streitbare Themen eine Plattform für verschiedene Meinungen zu schaffen und miteinander in Diskurs zu treten.
Die zweisprachig gestaltete Wanderausstellung wird anschließend ab Herbst 2019 im Regional- und Kunstmuseum der Stadt Most zu sehen sein. Auch das Museum Karlovy Vary in Tschechien, das Deutsche Bergbaumuseum in Bochum und die Weltkulturerbe Erzbergwerk Rammelsberg in Goslar haben bereits Interesse angemeldet.
Finanziert wurde das Vorhaben durch den Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung der Europäischen Union mittels des Programms „Ahoj Sousede. Hallo Nachbar.“

Begleitprogramm
Zur Ausstellung gibt es ein buntes Potpourri aus Führungen, Vorträgen von Experten und einer Lesung. Daneben richten sich die beiden Entdeckerprogramme „Atominis“ (7 bis 13 Jahre) und „Voll (v)erstrahlt (14 bis 18 Jahre) an das jüngere Publikum.
In „Atominis“ geht es spielerisch um: Was ist ein Atom? Wie ist ein Atom aufgebaut? Bis hin zu, wie kann Uran genutzt werden?
In „Voll (v)erstrahlt“ werden die Jugendlichen nach ihrer Meinung gefragt. Was halten sie von Atomenergie, Atomausstieg, Uranbergbau und co?
Immer am letzten Sonntag im Monat lädt das Stadt- und Bergbaumuseum Freiberg zu einer öffentlichen Führung durch die Dauerausstellung ein. Der nächste Termin ist der 26. Mai um 14 Uhr. Thematisch geht es diesmal nicht allein um Einblicke in die Geschichte der Stadt Freiberg. Besucher haben erstmals die Möglichkeit, sich auch im Rahmen einer Führung die neue Sonderausstellung „Mythos Atom“ anzusehen.Die Führung dauert eine Stunde und ist im Eintrittspreis enthalten.
Am Sonntag, 2. Juni, ist der Bergbauerlebnistag. Dazu gibt’s um 14 Uhr eine Familienführung durch die Sonderschau und die Aktion “ein Bild – ein Laut” – “Wie klingt Bergbau”? Dabei gibt das Publikum stummen Bildzeugen von über und unter Tage ein Geräusch, einen Klang, eine Stimme.
Die Kreativstation für Groß und Klein, u.a. mit Erinnerungsfoto an der Fotobox mit originaler Bergmannskleidung, Huthaus-Basteln und Kleiderbastelbögen, ist auch wieder mit dabei.
Geöffnet ist das Freiberger Museum Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr.
Hier vorab schon mal für Sie ein Rundgang durch die neue Ausstellung. Foto: Constanze Lenk / Museum



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