Nach Eklat beim CFC-Spiel: Sparkasse beendet Sponsorentätigkeit

Chemnitz. Das gestrige Spiel des Chemnitzer FC, als eine Trauerminute für einen verstorbenen CFC-Fan eingelegt wurde, der offenbar auch in der Nazi-Szene aktiv war, schlägt immer höhere Wellen. Gegen Mittag hatte der Verein den Rücktritt des kaufmännischen Geschäftsführers und Vorstand des Chemnitzer FC e.V., Thomas Uhlig, niedergelegt. Darüber informierte der 46-Jährige die Vereinsführung am Sonntagmittag.

„Um weiteren Schaden vom Chemnitzer FC fernzuhalten, habe ich die Entscheidung getroffen mit sofortiger Wirkung alle Ämter niederzulegen. In meiner Funktion als kaufmännischer Geschäftsführer und Veranstaltungsleiter trage ich die Verantwortung für die Spieltage des CFC und dessen Begleiterscheinungen“, erklärte Thomas Uhlig.

Nun die nächste Meldung: Die Sparkasse Chemnitz wird ihr Engagement beim Chemnitzer FC nicht fortsetzen. Darüber informierte das Kreditinstitut am heutigen Sonntag. Gleichzeitig distanziert sich der bisherige Hauptsponsor von den Vorkommissen am Samstag.

„Wir sind von den Vorfällen beim Spiel des Chemnitzer FC gegen Altglienicke schockiert. Die Sparkasse Chemnitz steht für eine offene und tolerante Welt. Extremismus verurteilen wir entschieden“, betont Sven Mücklich, Unternehmenssprecher der Sparkasse Chemnitz.

Nach Bekanntwerden der Vorfälle am Sonntagmittag erhielt die Sparkasse Beschwerden per E-Mail und auf Facebook. „Wir können die Reaktionen verstehen. Wir distanzieren uns in aller Entschiedenheit. Für uns sind Bilder, wie sie am Samstag entstanden sind, nicht akzeptabel!“, hebt Sven Mücklich hervor.

Der aktuelle Sponsoringvertrag der Sparkasse Chemnitz mit dem Chemnitzer FC läuft Ende Juni 2019 aus. „Wir haben uns bereits vor den aktuellen Vorkommnissen entschieden, dass wir unser Engagement nicht fortsetzen werden. Die Ereignisse vom Samstag bestätigen uns, dass diese Entscheidung richtig war“, so Sven Mücklich weiter. Bereits am 7. März hat die Sparkasse Chemnitz den Verein von dieser Entscheidung informiert.

Auch bei der Stadt reagiert man mit Unverständnis: „Die Stadt Chemnitz hat die gestrigen Ereignisse am Rande des
Regionalliga-Spiels des CFC mit Befremden und Unverständnis zur Kenntnis genommen. Chemnitz ist und bleibt eine weltoffene, tolerante und friedliche Stadt. Wir distanzieren uns deshalb ausdrücklich von allen rassistischen und rechtsextremen Handlungen und Statements. Der Chemnitzer FC ist aufgefordert, das Gesehene schnell auszuwerten
und daraus die notwendigen Konsequenzen zu ziehen.”

Der Chemnitzer FC hat Stürmer Daniel Frahn nach dem Vorfall während des Heimspiels gegen Altglienicke mit einer Geldstrafe belegt. Dies teilte der Verein dem 31-Jährigen am Sonntagmorgen in einem persönlichen Gespräch mit. Der Angreifer hat die Möglichkeit diese Mittels einer Spende von Sport-Utensilien an eine wohltätige Organisation in Chemnitz abzuleisten. Darüber hinaus droht Frahn eine Bestrafung von Seiten des Verbandes.

„Dass ein Spieler während eines Spiels Botschaften, egal welcher Art, verbreitet und diese nicht vorher mit den Verantwortlichen des CFC bespricht, ist für uns nicht hinnehmbar“, verdeutliche CFC-Sportvorstand Thomas Sobotzik.
„Es tut mir Leid, dass ich dem Verein mit meiner Art der Beileidsbekundung an die Hinterbliebenen Schaden zugefügt habe. Dafür habe ich mich heute Morgen bei den Verantwortlichen des CFC sowie meinen Mannschaftskameraden entschuldigt,“ erklärte Daniel Frahn am Sonntag.

Bereits am Sonntagvormittag hatte der CFC in einer Pressemitteilung verlautbaren lassen: “Der Chemnitzer FC stellt richtig: Die Ermöglichung der gemeinsamen Trauer stellt keine Würdigung des Lebensinhalts des Verstorbenen dar. Es ist ein Gebot der Mitmenschlichkeit, den Fans des CFC und Hinterbliebenen die darum baten, die gemeinsame Trauer zu ermöglichen. Dies geschah in Übereinstimmung mit Abwägungen, die von den Sicherheitsbehörden getroffen worden waren. Das Bedürfnis der Menschen nach gemeinsamer Trauer gilt es für uns zu respektieren. In diesem Kontext hat der Stadionsprecher den Hinterbliebenen das Beileid ausgesprochen.” Verurteilt wurde allerdings die Aktion von Daniel Frahn, für die es später eine entsprechende Strafe gab (siehe weiter oben).

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