Nachwuchs für Oldtimer

Bernhard Reinhold, Roland Rößger und Horst Börngen-Schmidt (v.l.n.r.) mit zwei historischen Fahrzeugen der Oldtimerfreunde.  Foto: Uwe Wolf

Meerane. Oldtimer – viele hätten einen solchen gern. Zumindest schmelzen Jung und Alt dahin, wenn die Autos und Motorräder vergangener Zeiten gezeigt werden. Luftwiederstand, Digitalisierung, nervende Diskussionen über Feinstaub und Abgase, das war einst Fehlanzeige, ebenso Stromlinienkanal und elektronische Fahrassistenten. Der Tag der offenen Tür bei den Oldtimerfreunden Meerane/Glauchau zeigte wieder, dass die Oldtimer immer wieder faszinieren. Nicht nur die Zahl der Teilnehmer aus Sachsen und Thüringen war groß, sondern auch die Besucher aus der ganzen Region fühlten sich regelrecht angezogen.

„Unserer ältester Personenwagen, ein Hanomag Kurier, stammt aus dem Jahre 1934. Das älteste Motorrad ist eine Harley Davidson, die 1914 gebaut wurde. Eine Indian aus dem Jahre 1914 befindet sich derzeit in der Restaurierung“, erklärte Horst Börngen-Schmidt, Vorsitzender des Oldtimerfreunde Meerane-Glauchau e.V. „Wird sind derzeit 16 Mitglieder im Verein. Es fehlt uns leider an Nachwuchs.“

Das heißt, es fehlt die Jugend, die sich mit den Oldtimer beschäftigt. Die meisten Jugendlichen arbeiten außerhalb und es mangelt an Zeit. Selbst wer diese hat, braucht erst einmal einen Oldtimer und auch den Platz dafür. „Bei der Jugend ist Interesse da, wenn sich die Eltern schon mit dem Hobby beschäftigen. Manchmal kommt das Interesse auch erst, wenn sie älter sind“, so der Vereinsvorsitzende. „Dann wollen aber manche eher die Youngtimer.“

Womit man beim Alter der Veteranen ist. Was ein Oldtimer ist, das regelt das Gesetz. Nach der Legaldefinition des §2 Nr. 22 Fahrzeug-Zulassungsverordnung sind Oldtimer „Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen.“ Einfach fahren lassen sich die alten Fahrzeuge nicht. Lenkhilfe ist ebenso Fehlanzeige wie syncronisiertes Getriebe.  Da muss mit Zwischengas beim Schalten gefahren werden. Youngtimer sind da einfacher zu fahren.

Was den Kauf von Oldtimern betrifft, so ist das nicht einfach. Zweifelsohne gibt es Oldies zu kaufen, aber sie kosten einiges. „Wenn sie gut in Schuss sind, dann sind sie teuer. Sind sie heruntergekommen, dann sind sie zwar preiswert, aber dann fließt viel Geld in die Restaurierung“, erklärte Börngen-Schmidt.  Und die Restaurierung ist auch aufwendig, zumal es für viele Veteranen kaum noch Ersatzteile gibt. Da muss dann unter Umständen viel selbst nachgefertigt werden. DDR-Oldtimer gibt es noch genug und auch was Ersatzteile betrifft, sieht es gut aus.

Die Oldtimerfreunde Meerane-Glauchau stellen ihre Fahrzeuge an und in der alten Feuerwache nicht nur aus, sondern die Veteranen werden auch noch bewegt. An mancher Veranstaltungen und Oldtimerrallye beteiligen sich die Veteranenfreunde noch. Das Fahren mit den Oldtimern macht stets Spaß, vielleicht wegen des urigen Fahrgefühls und das Fehlen der modernen Hilfen und Elektronik. Und gar manche Karosserieform von einst findet bei den Besuchern mehr Gefallen als die der heutigen Fahrzeuge. Sich mit Oldtimern zu beschäftigen – der Zeit und materielle Aufwand lohnt sich, denn man besitzt und fährt ein Fahrzeug, das im Aussehen und Fahrgefühl an längst vergangenen Zeiten erinnert und einmalig ist. uw

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