Neue Energie im Land der aufgehenden Sonne?

Die japanische Delegation interessierte bei ihrem Besuch in Annaberg-Buchholz vor allem, wie Stadtwerke und Kommunen in Deutschland zusammenarbeiten.
Foto: Stadtwerke Päßler

Annaberg-Buchholz. Deutschland und Japan – zwei Länder trennen 9.000 Kilometer Luftlinie. Doch es gibt Verbindendes und viele Ziele, die gemeinsam erreicht werden können. Zum Beispiel in der Energiewirtschaft: Beide Länder streben Nachhaltigkeit an. Welche Rolle in Japan dabei künftig Stadtwerke spielen können, untersucht derzeit eine fünfköpfige Delegation im Auftrag des japanischen Bauministeriums. Am Mittwoch war diese bei den Stadtwerken Annaberg-Buchholz zu Gast.

Koji Nagai von ECSPO Consulting aus Bielefeld, der die Delegation in Deutschland betreut, erklärt den Hintergrund: „Der Strommarkt wurde in Japan erst 2016 liberalisiert, der Gasmarkt 2017. Bis heute liefern Strom und Gas überwiegend große Versorgungsunternehmen direkt an den Endkunden. Das Interesse, lokale Stadtwerke zu gründen, ist sehr groß. Wir wollen vor allem erfahren, wie Kommunen und Stadtwerke in Deutschland zusammenarbeiten.“

Der demographische Wandel verläuft in Japan gravierender als hierzulande. Das Land wird in den kommenden 30 Jahren rund 30 Millionen Einwohner verlieren – fast ein Viertel seiner Bevölkerung. Insbesondere für die ländlichen Regionen wird nach neuen Lösungen gesucht. Kleinere Kommunen brauchen Unterstützung, um den Wandel zu meistern. Auch die Solarindustrie ist im Land der aufgehenden Sonne in Schwung gekommen. Die Einspeisung des Stroms verlangt nach dezentralen Regelungen.

Autor: Mike Päßler

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