Neuer IHK-Chef: Mehr Fachkräfte, weniger Bürokratie

Dieter Pfortner ist neuer Präsident der Industrie- und Handelskammer Chemnitz, tritt damit die Nachfolge von Dr. h. c. Franz Voigt an, der am 13.02.2018 unerwartet verstorben war. Der neue Chef der IHK (70.000 Unternehmen) fordert von der Politik, gegen den Fachkräfte-Mangel vorzugehen und die Bürokratie abzubauen. Foto: Kristin Schmidt

IHK: Fachkräftemangel größter Risikofaktor!

Chemnitz. Wenn er spricht, ist er die Stimme von 70.000 Unternehmen in Südwestsachsen. 70.000 Firmen, die weiter auf Wachstumskurs sind und von denen nur neun Prozent unzufrieden sind.
Am 18. Juni wurde Dieter Pfortner zum neuen Präsidenten der Industrie- und Handelskammer Chemnitz gewählt. Er tritt damit die Nachfolge von Dr. h. c. Franz Voigt an, der am 13.02.2018 unerwartet verstorben war.

Der neue Präsident ist Geschäftsführer der P&R Health care GmbH (Medizintechnik) Markneukirchen, stellte die Diagnose: “Die Region Chemnitz ist auch in Zukunft das industrielle Herz Sachsens. Deshalb müssen wir besonders um die Akzeptanz von Gesellschaft und Politik für das gesamte produzierende Gewerbe und die industrienahen Dienstleister kämpfen. Dieser Standortfaktor – Industrieakzeptanz – wird häufig unterschätzt.”

Und er nannte auch die Risikofaktoren, die den Standort bedrohen und gegen die er vorgehen will. Unter anderm sind das Fachkräftemangel (für 66 Prozent der Firmen größtes Geschäftsrisiko), Defizite im Bildungssystem und Berufsausbildung, Probleme bei der qualifizierten Zuwanderung, mangelnde Hilfe bei Existenzgründung und Unternehmensnachfolge. Und schließlich, mit einem Blick auf die Bundesregierung, die überbordende Bürokratie.

Defizite im Bildungssystem. Die räumte Sachsens Kultusminister Christian Piwarz ein. “Sachsen benötigt innovative und zeitgemäße  Rahmenbedingungen für Schule. Wir müssen die Schülerinnen und Schüler fit für die Zukunft  machen. Dafür überarbeiten wir derzeit die Lehrpläne”, so der Minister.
Und weiter: „Mit Blick  auf  den Fachkräftemangel  ist es unser Anliegen, eine langfristige und systematische Berufliche Orientierung zu etablieren und zwar nicht nur an Oberschulen, sondern auch an den Gymnasien.”
Für Piwarz steht fest: “Um all die genannten Ziele umzusetzen, brauchen wir jedoch ausreichend gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer. Dafür ist das Handlungsprogramm der Staatsregierung und damit die Entscheidung für die Verbeamtung von Lehrern essentiell. Nur so können wir im bundesweiten Wettbewerb um ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer wieder mitmischen.”

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