Neues aus Raschau – Markersbach

Lebens- und liebenswerter soll Raschau-Markersbach werden. Dafür setzen sich Bürgermeister Frank Tröger, seine Gemeinderäte und viele Bürger ein. Foto: H.-J. Schwochow

Lebens- und liebenswerter soll Raschau-Markersbach werden. Dafür setzen sich Bürgermeister Frank Tröger, seine Gemeinderäte und viele Bürger ein. Foto: H.-J. Schwochow

Raschau-Markersbach. Seit dem 1. August leitet Frank Tröger (Freie Wähler) als Bürgermeister die Geschicke der Gemeinde Raschau-Markersbach. Nach reichlich halbjähriger Tätigkeit äußert sich der 55-jährige Kommunalpolitiker im Gespräch mit Dr. Hans-Joachim Schwochow zur Gegenwart und Zukunft der Erzgebirgskommune.

Wie fällt eine Kurzeinschätzung Ihrer bisherigen Tätigkeit aus?

Besonders freue ich mich über die Unterstützung durch den Gemeinderat. Das betrifft ebenso viele Bürger, die kommunalen Problemen offen gegenüberstehen. Ich legte von Anfang an Wert darauf, sie über anstehende Entscheidungen – beispielsweise im Mitteilungsblatt -– zu informieren. Es galt aber auch, sich aktuellen Entwicklungen zu stellen und neue Prioritäten zu setzen.

Welche Folgen hat der Ausstieg der Vattenfall Europe AG aus der Braunkohle-Verstromung und ein möglicher Verkauf dieses Unternehmens?

Uns fallen Gewerbesteuern in Größenordnungen weg. Wir müssen für die Jahre 2014 und 2015 an den Konzern 1.3 Millionen Euro Gewerbesteuern zurückzahlen. In diesem Jahr bekommen wir überhaupt keine Gewerbesteuer. Wir müssen ganz einfach „den Gürtel enger schnallen“.

Welche Projekte und Vorhaben wurden dennoch umgesetzt und verwirklicht?

Trotz unterschiedlicher Auffassung einiger Bürger über das Prozedere, wurde die Dopplung von Straßennahem beseitigt. Seit März 2015 ist Leben in die Kindereinrichtung „Weltentdecker“ eingezogen. Für das Vorhaben „Bau einer neuen Sporthalle“ wurden Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen in den Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ beantragt. Durch unsere wirtschaftliche Notlage wäre hier eine 90 Prozent-Förderung möglich. Bei Fördermittelzusage müssten wir den erforderlichen Eigenmittelanteil aus Rücklagen stemmen.

Wie geht es mit dem Freibad Markersbach weiter?

Die Badesaison 2016 ist abgesichert. Konstruktiv und sachlich beschäftigt sich ein neu gegründeter Verein um den Erhalt des Freibades. Gemeinsam suchen wir nach Lösungen für die Finanzierung umfangreicher Freibad-Reparaturen.

Ist die Gemeinde Raschau-Markersbach haushaltstechnisch handlungsfähig?

Ja! Im April wird der Haushalt 2016 den Gemeinderäten vorgestellt. Was wir in der Gemeinde angehen, müssen wir aus Schlüsselzuweisungen und den bereits erwähnten Rücklagen finanzieren. Außerdem benötigen wir kluge Entscheidungen, um Abstriche bei den freiwilligen Aufgaben wie beispielsweise Jugendclub Raschau, Freizeit- und Tourismusangebote, Bibliothek oder „Kaiserhof“ zu vermeiden.

Wie meistert Ihre Gemeinde die Asylanten-Problematik?

Gegenwärtig sind in Raschau Markersbach 44 Asylanten aus Syrien, Afghanistan, dem Kongo, dem Kosovo und aus Albanien dezentral untergebracht. Diese Form der Unterbringung hat sich bei uns bewährt und sollte beibehalten werden. Lobend möchte ich den Unterstützerkreis der evangelisch-lutherischen und der evangelisch-methodistischen Kirche sowie vieler Freiwilliger hervorheben. Unseren Verpflichtungen werden wir auch in diesem Jahr nachkommen. Bis zu 100 Asylanten könnten wir aufnehmen und für sie weitere Wohnungen bereitstellen.

„Heimat hat Zukunft!“ Sehen Sie das auch so?

Durchaus! Deshalbwollen wir durch die Ausweisung weiterer Eigenheimstandorte und von Flächen für Gewerbeansiedlungen jetzt die W eichen für das Morgen stellen. Bei allem, was wir voranbringen wollen, benötigen wir mitdenkende und mitgestaltende Bürger. Dazu möchte ich die Raschau-Markersbacher ausdrücklich ermutigen.

Interessantes zur Gemeinde lesen Sie auch unter: http://raschau-markersbach.de/

 

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