Neues Flüchtlingsheim auf dem Auersberg geplant

St Egidien. 150 Asylbewerber soll die Gemeinde St. Egidien aufnehmen. Zu diesem Zweck soll auf dem Gewerbegebiet “Am Auersberg” durch den Kreis Zwickau ein Asylantenwohnheim gebaut werden. Das Vorhaben wurde am Donnerstagabend zur Einwohnerversammlung in der Turnhalle vorgestellt. Rund 400 Gäste waren gekommen, um sich zu informieren aber auch ihre Sorgen und Ängste vorzubringen.
Schallendes Gelächter gab es, als Bürgermeister Uwe Redlich verkündete, dass trotz Einladung weder Landrat Christoph Scheurer, noch der CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz und die CDU-Landtagsabgeordnete Ines Springer zur Veranstaltung gekommen waren. Auch das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge hatte trotz Einladung keinen Vertreter geschickt. “So was finde ich einfach nur traurig”, kommentierte Redlich die Abwesenheit.
Das neue Flüchtlingsheim soll gleich hinter dem OBI-Baumarkt an der Buchenstraße entstehen. Reichlich vier Millionen Euro soll das Vorhaben kosten. “Zwei Grundstücke werden dafür benötigt. Eines wurde durch den Kreis bereits gekauft, das andere gehört der Stadt Lichtenstein. Die Verhandlungen laufen noch”, informierte Cornelia Bretschneider, Leiterin des Sozialamtes im Landratsamt. “150 Asylanten werden in zwei Gebäuden Platz finden.”
Die Häuser werden zweigeschossig gebaut. Das zweite Grundstück soll einen Feuerlöschteich aufnehmen. Außerdem wird es als gestaltete Außenanlage für das Heim Verwendung finden. Brettschneider stellte allerdings klar, dass, soweit der Flüchtlingsstrom weiter ansteigt und der Landkreis noch mehr aufnehmen muss, auch eine Bebauung mit einem Gebäude, das 75 Plätze bietet, möglich ist.
Baubeginn soll im 1. Quartal 2016 sein. Mit der Inbetriebnahme wird im 1. Quartal 2017 gerechnet. “Den Standort haben wir vorgeschlagen”, so Bürgermeister Uwe Redlich. “Die Grundstücke am Gerth-Turm erwiesen sich als ungeeignet. Wir wollten als Kommune lieber agieren und Einfluss nehmen als nur zu reagieren.”
Redlich wies darauf hin, dass jetzt 17 Bürger mit ausländischer Staatsangehörigkeit im Ort wohnen. “Es gibt keinerlei Probleme. Sie sind eine Bereicherung der dörflichen Gemeinschaft.”
Die Stimmung war in der Turnhalle zwar aufgeheizt, aber die Fragen blieben überwiegend sachlich. Wo die Flüchtlinge untergebracht werden sollen, bis das Heim fertig ist wollte zum Beispiel ein Bürger wissen. Laut Bretschneider gibt es noch Kapazitäten die Leute anderenorts unterzubringen. Wie die Asylanten beschäftigt werden sollen lautete eine weitere Frage. Das Sozialamt des Landkreises ist mit den Kommunen im Gespräch, die Asylbewerber für gemeinnützige Arbeiten einzusetzen. Eine Frau wies empört darauf hin, dass in Glauchau im Asylantenheim fast jeden Tag die Polizei vor Ort sei, weil es Messerstechereien und Schlägereien gebe. Auch Drogenprobleme seien bekannt. In St. Egidien sei ähnliches zu befürchten. Uwe Redlich mahnte an, nicht auf der Grundlage von Vermutungen und Befürchtungen zu handeln. “Das ist nicht fair. Wir müssen mit den Menschen solidarisch und menschlich sein”, erklärte Redlich.
Auch Gemeinderat Gerhard Sonntag (B90/Grüne) appellierte an die Einwohner, fair zu sein. “Wir müssen die Leute als Menschen behandeln. Sie suchen hier Hilfe und sind keine Verbrecher.”
Zwei Leute Wachschutz sind für das neue Flüchtlingsheim geplant. Eine Bürgerin fand das zu wenig, zumal auch die Sicherheit auf den ganzen Auersberg mit seinem Einrichtungen abgesichert werden müsse. Laut Cornelia Brettschneider stellen die beiden Wachschutzleute nur den Objektschutz dar. Ansonsten sei die Polizei für Ordnung und Sicherheit zuständig, erklärte sie.
Uwe Redlich bezeichnete den Ablauf der Veranstaltung als gut. “Wo sonst wenn nicht hier, können alle ihre Sorgen und Nöte kund tun. Wer nehmen das ernst”, so der Verwaltungschef abschließend. uw

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