Neujahrsempfang Freiberg: Zeit für Entdeckungen

Am 11. Januar hatte die Freiberg zum traditionelle Neujahrsempfang in die Nikolaikirche eingeladen. Gleichzeitig wurde damit auch der Auftakt zum Humboldtjahr in unserer Silberstadt vollzogen. Bekanntlich war Alexander Humboldt (250. Geburtstag am 14. September 2019) nun einmal der bedeutendste Student der Bergakademie und einer der wenigen Universalgelehrten dieses Planeten überhaupt. Trotz des nun aufgerufenen „Jahres der Entdeckungen 2019“ blieb Oberbürgermeister Sven Krüger auf dem Teppich und fügte viel Nachdenklichkeit in seine Grundsatzrede ein: „Uns bleibt kaum noch Zeit zum Nachdenken. Wir lassen uns nur noch treiben von Mails und Telefonaten!“ Angesichts der kürzlichen Attacken in Freibergs Partnerstadt Amberg wies er abermals auf den Ernst des Problems mit kriminellen Asylbewerbern hin. Zum umstrittenen Migrationspakt sagte Sven Krüger, „… der soll unverbindlich sein, es steht aber zigmal Verpflichten drin. Hier wäre wirklich eine ehrliche Debatte notwendig gewesen.“
Für ein anderes Problem konnte der Oberbürgermeister dagegen schon eine Lösung ankündigen. Das seit Jahrzehnten dahinsiechende Freiberger Bahnhofsgebäude soll nun endlich wieder an die Zeiten anknüpfen, als diese Gebäude noch „Kathedralen des Fortschritts“ waren. In Zusammenarbeit mit dem Landtagsabgeordneten und Bahnfreund Steve Ittershagen seien schwierige Verhandlungen inzwischen auf einem sehr guten Weg! Auch das Tivoli sei durch den Aufkauf durch die Saxonia Ende letzten Jahres nun in trockenen Tüchern.
Im Rahmen dieser festlichen Veranstaltung wurden die Bürgerpreise 2018 verliehen.
Regina Jacob erhielt den Freiberger Bürgerpreis 2018 für ihr überdurchschnittliches und langjähriges Engagement im kirchlichen Rahmen sowie ihr gemeinnütziges ehrenamtliches Wirken: Sie gehört nicht nur zu den Gründungs- und Vorstandsmitgliedern des Deutschen Kinderschutzbundes Freiberg, sondern engagiert sich seit 21 Jahren aktiv zum Wohl für Kinder, Jugendliche und Familien in der Stadt Freiberg und Umgebung. Darüber hinaus steht sie als sogenannte „Grüne Dame“ seit fast 18 Jahren im Kreiskrankenhaus Freiberg kranken Menschen zur Seite – mit Verständnis und Erfahrung, aber auch Wärme und Menschlichkeit.
Die Arbeitsgruppe „Radstube Turmhof Schacht“ wurde mit dem Bürgerpreis 2018 geehrt, da es ihr zu verdanken ist, dass die gleichnamige Anlage heute wieder der Öffentlichkeit zugänglich ist und dort den Besuchern ein funktionierendes Rad gezeigt werden kann. Es ist ein untertägiges Kunstrad (oberschlächtiges Wasserrad), das 1846 installiert worden ist und das dortige Pochwerk antrieb. Es ist vermutlich das einzige noch erhaltene und sich drehende Kunstrad. Mit dem Einstellen des Silberbergbaus 1913 war es in Vergessenheit geraten. Zwar gab es immer wieder Bestrebungen, das historische Rad zu erhalten, so gelang dies jedoch erst endgültig der Arbeitsgruppe, der bergbauinteressierte Bürger angehören. Die Radstube ist mit dem Rad ist die Liste des Antrags „Montanregion Erzgebirge“ aufgenommen worden.
Der Freiberger Bürgerpreis wird seit 1992 jährlich vergeben, damit in diesem Jahr zum 27. Mal. Dotiert ist er mit je 500 Euro. Bisher ging er an 51 Personen, wobei er sechsmal an zwei Personen gemeinsam verliehen worden ist, sowie an sechs Vereine. Erstmals war mit dem Bürgerpreis 2011 ein Verein ausgezeichnet worden.
Das es Zeit für Entdeckungen ist, stellten sich die Mineralinos der terra minerlia zum Empfang vor und bekamen von Sven Krüger einen Scheck über 1.000 Euro, für künftige Entdecker-Touren.
Musikalisch umrahmt wurde der Empfang durch das Orchester des Mittelsächsischen Theaters, unter Leitung von Raoul Grüneis.
Hier noch einige Impressionen von der feierlichen Veranstaltung. Fotos: Constanze Lenk


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