Neujahrsempfang in Stollberg

Der Chor des Carl-von-Bach-Gymnasium von Stollberg zeigte umfangreiche Ausschnitte vom großen Können der Schülerinnen und Schüler. Foto: Stefan Unger

Sogar aus der Partnerstadt Nördlingen war Oberbürgermeister Herrmann Faul angereist, überbrachte herzliche Grüße und erinnerte an die am 12. Januar 2012 geschlossenen Partnerschaftsvertrag: „Wir feiern in diesem Jahr Silberhochzeit“, betonte das Stadtoberhaupt aus der knapp 20.000 Einwohner zählenden Stadt in Schwaben.
Der Stollberger Oberbürgermeister Marcel Schmidt ging anfangs in seine Ansprache auf brennende internationale Themen ein. „Wir leben in stürmischen Zeiten. Globalisierung war das, was wir in den letzten Jahren immer wieder gehört haben. Kein Land hat so viel aus der Globalisierung in den vergangenen 30 Jahren so viele Vorteile gezogen, wie wir. Wir kaufen preiswert Rohstoffe ein und veredeln diese durch unseren Ingenieursgeist mit Fleiß und Disziplin und schaffen Wohlstand für alle Deutschen“, erklärte Schmidt.
Er zeigte an Hand der ungarischen Region um die Stollberger Partnerstadt Tamási auf, wie vergleichsweise gut es den Bürgern von Stollberg geht. „Wir müssen eigentlich richtig glücklich sein. Wir haben beste materielle Ausstattungen für unsere Kindereinrichtungen, ein gut funktionierendes Gesundheitssystem und ein großes Freizeitangebot für unser Kinder. Aber so richtig glücklich sind wir nicht. Unsere Welt ist kälter geworden. An Stelle von Hilfsbereitschaft und Kameradschaft, Bescheidenheit und Höflichkeit ist heute der „In“, der seine Interessen maximal verfolgt. Manager und Fußballspieler, welche Millionen verdienen, das sind unsere neuen Helden. An Hungeropfer in der Dritten Welt denken die Wenigsten. Für uns ist dies mittlerweile normal geworden. Ich glaube nicht, dass wir auf Dauer dieses System als gutes verkaufen können. Ich fordere mehr miteinander und füreinander“, sagte Schmidt in seiner halbstündigen Ansprache.
Vor allem ging der Oberbürgermeister, selbst Vater von vier Kindern, sehr auf die Kinder- und Jugendarbeit in der ehemaligen Kreisstadt Stollberg ein. „Wir haben in unserer schönen Stadt 25 Jahre nach dem Mauerfall eine blühende Landschaft entstehen lassen. Das kann man nicht anders sagen. Wir haben Wohlstand und es geht uns gut. Ich glaube, die Hauptaufgabe unserer Stadt wird es sein, Orte zu bieten, an denen sich Menschen begegnen“.

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