NINERS holen 300. Sieg im Ostderby

Foto: Cindy Haase

Die NINERS Chemnitz setzen ihre spektakuläre Siegesserie in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA weiter fort. Am Sonntagabend feierte das Team von Cheftrainer Rodrigo Pastore vor 4.400 Zuschauern in der restlos ausverkauften Messehalle den neunten Erfolg hintereinander und erreichte zugleich einen beeindruckenden Meilenstein. Denn das 90:78 (50:40) gegen Erzrivale Science City Jena war der nunmehr 300. Chemnitzer Sieg im deutschen Basketballunterhaus seit dem Aufstieg der NINERS im Jahre 2002. Im gleichen Zeitraum bestritten die beiden besten Basketballteams aus Sachsen und Thüringen bisher insgesamt 29 Zweitliga-Derbys. Prestigeduell Nummer 30 ging diesen Sonntag hoch verdient an Chemnitz.

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Wie sehr beide Lager dem ersten Ostderby nach dreieinhalb Jahren entgegenfieberten, wurde schon vor Spielbeginn klar. Der NINERS-Anhang entrollte vor dem Tip-Off zwei riesige Blockfahnen, die sich über beide Längsseiten der Messe erstreckten, während sich die 250 angereisten Jenaer Fans mit einer schönen Choreo aufs Match einstimmten. Dieses nahm dann auch gleich zu Beginn richtig Fahrt auf, als Niklas Wimberg einen Alley-Oop verwandelte, kurz darauf von der Dreierlinie auf 7:2 und wenig später aus gleicher Distanz sogar auf 14:5 stellte. Virgil Matthews machte den Vorsprung der Hausherren dann erstmals zweistellig (19:9) und Ivan Elliott setzte von „Downtown“ den Schlusspunkt unter ein rasantes Auftaktviertel (24:13).

Im zweiten Abschnitt schraubte der Tabellendritte aus Jena die Intensität deutlich nach oben und setzte Chemnitz an beiden Enden des Feldes spürbar unter Druck. So hatten die NINERS bereits nach anderthalb Minuten die Teamfoulgrenze erreicht, was Science City mehrfach für vermeintlich leichte Punkte von der Freiwurflinie nutzte und den Rückstand schnell auf 29:30 verkürzte. Doch gerade als das Spiel zu kippen drohte, drehte Robin Lodders mächtig auf, verlieh der NINERS-Offensive eine neue Dimension und machte den Vorsprung fast im Alleingang wieder zweistellig (44:33). Dennis Nawrocki, Julius Wolf und Alex Herrera versuchten die Gäste im Spiel zu halten, doch beim Kabinengang lag Chemnitz zehn Zähler vorn (50:40). Ein Vorsprung, der im Basketball fast nichts bedeutet, wie Jena nach dem Seitenwechsel eindrucksvoll unter Beweis stellte. US-Forward Justin Leon von der Dreierlinie, Herrera immer wieder am Brett und schließlich der Ex-Chemnitzer Matt Vest mit energischem Zug zum Korb – schon waren die Thüringer auf 50:52 dran.

Nur Sekunden später netzte Vest einen schweren Dreier mit ablaufender Wurfuhr zum 53:54-Anschluss ein, aber die NINERS blieben cool. Terrell Harris, Chris Carter und schließlich Dominique Johnson vom Perimeter verschafften der „Orange Army“ wieder ein kleines Polster (63:55). Kapitän Malte Ziegenhagen legte mit einem weiteren Dreier nach, doch die Schlussminuten des dritten Durchgangs gehörten dann erneut den Gästen, die durch den Deutsch-Amerikaner Brad Loesing und Julius Wolf auf 67:72 verkürzten. Als 2.12-Meter-Hüne Oliver Mackeldanz zu Beginn des Schlussabschnittes sogar zum 69:72 aus Jenaer Sicht vollstreckte, war der Spielausgang wieder völlig offen. Angetrieben von ihren lautstarken und euphorischen Fans zeigten die NINERS jetzt aber ihre ganze Qualität. Vorn verteilte man die Last auf alle Schultern und hinten rührte Chemnitz Beton an. Ein 8:0-Lauf, der höchste im gesamten Spielverlauf, brachte das Pastore-
Team auf die Siegerstraße und zog Jena letztlich den Zahn. Denn so sehr sich der Bundesliga-Absteiger auch mühte, auf jeden Thüringer Treffer hatten Sachsens beste Korbjäger eine Antwort parat, ließen bis zur Schlusssirene nicht locker und krallten sich ihren elften Saisonerfolg in einem heiß umkämpften Derby.

„Nach drei spielfreien Wochen wussten wir vorab nicht genau, wo wir stehen. Aber gerade im ersten und letzten Viertel haben die Jungs richtig stark gespielt. Dazwischen zeigte Jena, warum sie zu den stärksten Teams der Liga gehören und kaufte uns gerade im Reboundduell einige Male den Schneid ab. Das war ein hartes Stück Arbeit und mein Dank geht an unsere Fans, die uns auch durch schwere Phasen trugen und für eine sensationelle Derby-Atmosphäre sorgten“, betonte Pastore nach der Partie. „Das war stimmunsgmäßig erstligareif“, lobte auch Gästecoach Frank Menz, der anschließend ohne Umschweife gratulierte: „Wir haben alles versucht und nie aufgegeben, aber Chemnitz ist momentan die beste Mannschaft der Liga, steht völlig zu Recht an der Tabellenspitze und ging heute absolut verdient als Sieger vom Feld.“

STATISTIK: NINERS Chemnitz vs. Science City Jena 90:78 (24:13, 26:27, 22:27, 18:11), 4.400 Zuschauer
Lodders (18 Punkte), Harris (17), Matthews (11), Wimberg (10), Johnson (9), Carter (8), Ziegenhagen (7), Richter (5),
Elliott (3), Figge (2), Hoppe, Roschnafsky (beide nicht eingesetzt)

TERMINE: Artland Dragons vs. NINERS Chemnitz, Mittwoch, 11.12.2019, 19:30 Uhr, Artland Arena Quakenbrück
NINERS Chemnitz vs. PS Karlsruhe Lions, Samstag, 14.12.2019, 19:00 Uhr, Messe Chemnitz

Von Matthias Pattloch

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