NINERS verteidigen Titel in Rostock

Chemnitz/Rostock. Während sich die Gewinner der „Goldenen Himbeere“, einer Art Anti-Oscar im Filmgeschäft, zumeist scheuen, ihre Trophäe in Empfang zu nehmen, reckten die Chemnitzer Korbjäger am Sonntag ihre „Goldene Erdbeere“ voller Stolz empor. Der von einem lokalen Erdbeerhof gestiftete Wanderpokal geht traditionell an den Sieger des Alles-Paletti-Cups, einem hochkarätig besetzten Vorbereitungsturnier in Rostock, welches die NINERS wie schon im letzten Jahr gewinnen konnten.

Dabei zeigte das Team von Trainer Rodrigo Pastore zwei spielerisch wie kämpferisch herausragende Leistungen und setzte sich trotz zahlreicher Ausfälle gegen BBL-Aufsteiger Hamburg (105:102 nach Verlängerung) als auch Gastgeber Rostock (87:84) durch, wobei man im Finale noch eine spektakuläre Aufholjagd hinlegte.

„Es war ein sehr gut organisiertes Turnier, zu dem wir immer wieder gern fahren. Die Spiele waren extrem anspruchsvoll und ich bin stolz, welchen Siegeswillen mein Team in beiden Partien zeigte. Gerade im Finale ging jeder über seine Schmerzgrenze“, lobte Pastore die Mannschaft. Schon beim ersten Match am Samstag gegen Hamburg musste Chemnitz auf die angeschlagenen Ivan Elliott und Robin Lodders verzichten.

Der Rest des Teams, insbesondere diejenigen, welche im Frühjahr den Towers denkbar knapp im Playoff-Halbfinale unterlagen, zeigte sich bis in die Haarspitzen motiviert und lieferte dem Erstligisten von Beginn an einen harten Kampf. Zur Halbzeitpause hatten die NINERS bereits knapp die Nase
vorn (37:36) und erspielten sich im dritten Viertel sogar eine zweistellige Führung (48:36).

Anschließend zog Hamburg, das immerhin mit fünf Nordamerikanern antrat, die Zügel spürbar an, doch Chemnitz blieb vor allem dank einer starken Dreierquote von fast 50 Prozent (13/27) weiterhin auf Augenhöhe. Nach zahlreichen Führungswechseln ging es letztlich beim Stand von 89:89 in die fünfminütige Verlängerung, wo zunächst die Towers auftrumpften, sich auf 97:93 absetzten und allmählich den Sieg witterten.

Doch das Pastore-Team, welches mittlerweile auch auf Carter (Muskelverhärtung) und Wimberg (fünftes Foul) verzichten musste, bewies große Moral und dreht das Match auf der Zielgeraden in einen beeindruckenden 105:102-Erfolg. In den Schlusssekunden des Halbfinales zog sich Dominique Johnson dann auch noch eine Knieprellung zu und musste somit am Sonntag neben Carter, Elliott und Lodders in zivil auf der NINERS-Bank Platz nehmen.

Das wussten die Rostocker Gastgeber klug zu nutzen, setzten Chemnitz im Finale gehörig unter Druck und zogen Mitte des zweiten Viertels auf 22 Zähler davon (48:26). NINERS-Coach Pastore hatte genug gesehen, mahnte sein Team immer wieder lautstark zur Räson und hatte damit langsam Erfolg. Bis zur Halbzeit verkürzte die „Orange Army“ schon auf 36:51 und eroberte im dritten Viertel dann sogar die Führung (64:59). Doch die SEAWOLVES bäumten sich nochmals auf und lieferten Chemnitz einen spannenden Schlussabschnitt.

Weil die NINERS aber wie am Vorabend 13 Dreier versenkten, dieses Mal bei 29 Versuchen, jeder füreinander kämpfte und obendrein Youngster Leon Hoppe mit 14 Punkten in die Bresche sprang, ging der Turniersieg letztlich hoch verdient an Chemnitz. „Das war ein sehr wichtiger Schritt in unserer Saisonvorbereitung“, unterstrich Pastore.

STATISTIK: Hamburg Towers vs. NINERS Chemnitz 102:105 n.V. (19:16, 17:21, 23:24, 30:28, 13:16)
Harris (21 Punkte), Ziegenhagen (19), Richter (17), Johnson (15), Wimberg (15), Matthews (9), Carter (6), Figge (3), Hoppe
ROSTOCK SEAWOLVES vs. NINERS Chemnitz 84:87 (32:20, 19:16, 8:28, 25:23)
Ziegenhagen (20 Punkte), Richter (16), Harris (15), Hoppe (14), Matthews (8), Figge (8), Wimberg (6)

von Matthias Pattloch

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