Ortsvorsteher von Zug, Steve Ittershagen: „Sehe sozialen Frieden im Ort akut gefährdet“

Zug. Das Landratsamt Mittelsachsen hat überraschend angekündigt, in der nächsten Woche mehr als 100 Asylsuchende in das Wohnheim der seit 1952 bestehenden Landwirtschaftsschule im südlichen Freiberger Stadtteil Zug einzuquartieren.

Beim Zuger Ortsvorsteher und gleichzeitig MdL Steve Johannes Ittershagen (CDU) stand am 4. Dezember wegen empörter Bürgeranrufe das Telefon nicht mehr still.

Ittershagen zum Ende des Tages: „Ich habe gegenüber Landrat Matthias Damm sowie Dieter Steinert, Leiter der Stabsstelle Asyl, sofort meinen Standpunkt deutlich gemacht.

Die Belegung des Wohnheimes in dieser Größenordnung kann ich nicht mittragen, da ich mit dieser Entscheidung sowohl die Zukunft der Bildungseinrichtung als auch den sozialen Frieden im Ort akut gefährdet sehe. Eltern, die ihre Kinder in der Kita in unmittelbarer Nähe betreuen lassen, haben sich bereits  an mich gewandt!“

Schon jetzt trägt die Stadt Freiberg die Hauptlast an Flüchtlingen und Asylsuchenden im Landkreis. Zudem würde auch der Stadtteil Zug mit der angekündigten Belegungszahl angesichts seiner 1.800 Einwohner überproportional beansprucht.

„Der jahrelange Kampf um den Erhalt der Landwirtschaftsschule, den ich gemeinsam mit der Bundestagsabgeordneten Veronika Bellmann geführt habe, wäre dann umsonst gewesen. Asyl darf nicht zur Gefährdung intakter Bildungsinfrastrukturen führen!

Außerdem hat die Schule eine große Bedeutung für das dörfliche Leben im Stadtteil“, so Ittershagen weiter. Wohl wissend, dass im Landkreis aktuell alle verfügbaren Reserven an Wohnraum aufgebraucht sind, bemüht sich der Zuger Ortsvorsteher intensiv um eine adäquate Ersatzlösung.

„Ich bin zurzeit mit verschiedenen potenziellen Anbietern geeigneter Unterbringungsmöglichkeiten im Gespräch. Ein Objekt konnte ich dem Landrat bereits vorschlagen, welches kurzfristig bezugsfertig ist. Insgesamt gesehen kann es aber doch nicht angehen, dass die Stadt Freiberg Ende des Jahres 70 Prozent der gesamten mittelsächsischen Asyllast zu tragen hat.“

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