FCE-Coach Pavel Dotchev ist optimistisch

Pavel Dotchev

Aues Chefrtainer Pavel Dotchev zur Pressekonferenz. Foto: Birgit Hiemer

In nur einer Saison führte Pavel Dotchev den FC Erzgebirge zurück in die 2. Bundesliga, wo es jetzt für die junge Mannschaft erwartungsgemäß um den Klassenerhalt geht. Vergangene Woche hat sich das Team auf die entscheidenden Spiele in einem Trainingslager im spanischen Torre-Pache-co vorbereiten können. Nach der Rückkehr und vorm letzten Test am morgigen Samstag gegen den tschechischen Zweitligisten Baník Sokolov sprach Olaf Seifert mit dem 51-jährigen Erfolgstrainer.

Kein Vorbereitungsspiel verloren, aber auch kein Sieg. Wie zufrieden sind Sie mit der Vorbereitung in Spanien?

Schönes Hotel, Glück mit dem Wetter, professionelle Trainingsbedingungen, viele mitgereiste Fans – der Rahmen war bestens. Unsere Spieler haben gut gearbeitet und das Programm hoch motiviert erfüllt, jeder wollte sich empfehlen. Wir hatten mit Bundesligist VfL Wolfsburg sowie Twente Enschede, FC Sion und Waasland-Beveren Spitzenklubs der jeweiligen Länder als Gegner. Vor allem in der Defensive wurden diese Aufgaben gut gelöst, da haben wir uns weiter stabilisiert. Und das einzige Gegentor, das zum 1:1 gegen die Holländer, bekamen wir erst in der 110. Minute.

Das alte Leiden aber bleibt: die ungenügende Chancenverwertung.

Positiv ist, dass wir uns gegen so starke Gegner zahlreiche Torchancen überhaupt erarbeiten. Nach der Erklärung, warum die Dinger nicht rein gehen, suchen wir alle. Sogar Pascal Köpke, mit sieben Treffern unser zuverlässigster Schütze in der Liga, sündigte in besten Positionen; eigentlich völlig untypisch für ihn. Den Offensivspielern fehlen Erfolgserlebnisse. Ich hoffe, dass wir die am Samstag gegen Sokolov haben, ehe es eine Woche darauf gegen den 1. FC Heidenheim ernst wird.

Warum fiel die Wahl für den abschließenden Test auf den Bergleuteverein aus Westböhmen?

Das lag nahe, weil es eine Partnerschaft zwischen unseren beiden Vereinen gibt. Vor allem jedoch erwarte ich einen Gegner, der uns alles abverlangen wird. Wenn wir unser Potenzial abrufen, sollte nicht bloß ein Sieg das Ziel sein, sondern Erfolgserlebnisse in Form von Toren.

Die sind auch im ersten Spiel der Rückserie gefordert. Der Gegner Heidenheim – aktuell Tabellenvierter – liegt unseren Jungs nicht eben gut, wenn man die Statistik der letzten Aufeinandertreffen nimmt?

Umso mehr wird es Zeit, die Statistik zu korrigieren. Aue war im Mai ’15 in Heidenheim abgestiegen, die Schwaben haben uns im Pokal gestoppt, das Hinspiel im Sommer wurde unglücklich verloren. Der Verein verfolgt einen klaren Plan, Frank Schmidt trainiert dort seit bald zehn Jahren, brauchte sein Team nur punktuell verstärken. Unsere Mannschaft hingegen ist gerade mal anderthalb Jahre zusammen. Doch wir haben im letzten halben Jahr dazugelernt und besitzen inzwischen die Qualität und Reife, so einen Gegner zu bezwingen.

Pavel Dotchev, das stimmt Sie optimistisch, den Klassenerhalt zu schaffen?

Genau, unsere Spieler sind jetzt mit der 2. Liga vertraut. Hinzu kommt, dass Kapitän Martin Männel wieder im Tor steht und wir mit Albert Bunjaku einen auch international erfahrenen Stürmer holen konnten. In den letzten Spielen im Dezember haben wir hinten sehr gut gestanden und zu null gespielt. Es war zu sehen, wie junge Profis wie Fabian Kalig, Louis Samson oder Fabio Kaufmann immer sicherer wurden. Das haben sie in der Vorbereitung bestätigen können.

Bunjaku hatten Sie 2006 zu Rot-Weiß Erfurt geholt, was zeichnet ihn aus?

Er hat für die Schweiz bei der WM in Südafrika gespielt und ist Nationalspieler von Kosovo, hat für Nürnberg in der Bundesliga getroffen und war Kapitän in Kaiserslautern. Doch er bringt mehr als nur Erfahrung mit: Albert ist offen, geht auf die Leute zu und kann führen. Er ist eine Persönlichkeit.

Hinter der Verpflichtung von Florian Trinks steht weiter ein Fragezeichen?

Er ist ein guter Spieler, aber wir können nicht jeden nehmen, der gut ist. Er verkörpert die Mischung aus Vollblutstürmer und offensivem Mittelfeldspieler, ist fleißig, sympathisch, hat Bundesligapraxis und stammt aus der Region, aus Thüringen. Ob Aue ja sagt, hängt davon ab, wie viel Luft wir haben.

Sprich, ob Spieler den bestehenden Kader verlassen?

Ja, aber nicht falsch verstehen. Wenn wir Talente ausleihen, bleiben es doch unsere Jungs. Aktuell kann ich zum Beispiel Simon Handle oder Marcin Sieber keine Spielpraxis bieten, deshalb wäre es besser, sie wechseln auf Zeit zu anderen Klubs. In unserer Tabellensituation darf ich kein Risiko eingehen, wir dürfen in der Rückrunde keine Fehler machen.

Aktuelle O-Töne von Pavel Dotchev sowie alles zum FCE lesen Sie auch auf der Vereinshomepage: http://www.fc-erzgebirge.de

 

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