Pendleraktionstag – Wir sind die Mutter dieser Börsen

Familie Klitzsch aus Schneeberg-Neustädtel spricht mit Falk Schulze über Arbeitsmöglichkeiten in der Beierfelder Manotherm GmbH. Für seine Frau und kleine Tochter Salome möchte er die ständige Pendelei nach Zwickau beenden, um wieder mehr Zeit für seine Familie zu haben. Foto: Birgit Hiemer

 

Dunkle, tiefhängende Wolken, Schneeregen und Kälte hielten die Erzgebirger am 28. Dezember nicht davon ab, zum Pendleraktionstag im Auer Kulturhaus zu kommen. Mehr als 30 Firmen, das sind mehr als bei der Premiere in Aue im vergangenen Jahr, präsentierten ihre Jobangebote, stellten sich vor und kamen mit zahlreichen potentiellen Arbeitnehmern ins Gespräch. Matthias Lißke, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Erzgebirge ist begeistert: “Hier wird ein breites Spektrum an Berufen aus allen Branchen, Industrie, Produktion, Handwerk, Dienstleistung und sozialen Berufen geboten. Unsere Initiative macht Schule. Auch in anderen Regionen Sachsen finden zur Zeit Pendlerbörsen statt. Wir aber sind die Mutter dieser Börsen.”

Organisiert wurde die Messe vom Arbeitskreis Fachkräfte der Wirtschaftsförderung Erzgebirge, der von der Agentur für Arbeit, der IHK und der IGA unterstützt wurde.

Rico Fischer aus Beierfeld (M.) informiert sich bei Hans-Jürgen Töpfer, Geschäftsführer der BAS Scheibenberg (r.) und Mitarbeiter Bert Köthe über das Unternehmen.

Rund 500 Besucher zählte der Pendleraktionstag in Annaberg, welche gestern bereits zum sechsten Mal stattfand. Auch in Aue werden noch einmal 500 Besucher erwartet. Einige Firmen präsentieren sich an beiden Standorten, wie die BAS Scheibenberg. Geschäftsführer Hans-Jürgen Töpfer: “Für unser Unternehmen suchen wir Beton- und Stahlbetonbauer sowie Mitarbeiter für Hoch- und Tiefbau.  Wir konnten schon viele sehr gute Gespräche führen und freuen und auf die weiterführenden Gespräche.”

Auch die Firma Yougendstil – kreative Iden im Innenausbau aus Schneeberg stellte sich vor. Firmenchefin Stefanie Wäntig erzählt: “In Aue sind wir zum zweiten Mal dabei, präsentierten uns vorher schon in Annaberg. Wir würden gern Trockenbaumonteure und Bauingenieure einstellen. Der Pendleraktionstag ist eine gute Gelegenheit, Kontakte zu knüpfen, gute Gespräche zu führen.”

Zum ersten Mal beim Pendleraktionstag

Die Manotherm Beierfeld GmbH ist zum ersten Mal bei der Pendleraktionsbörse dabei. “Wir sind ein traditionsreiches Unternehmen, haben 140 Mitarbeiter in Beierfeld und unsere Produkte werden in die ganze Welt geliefert. Unser Stammhaus sitzt in Wesel, eine Tochterfirma in Moskau. Die Messe ist eine gute Gelegenheit, uns zu präsentieren. Das werden wir in Zukunft öfter machen. Zahlreiche gute Gespräche stimmen uns zuversichtlich”, erklärt Mitarbeiter Falk Schulze.

Es gibt den Trend, dass viele junge Leute und Familien wieder zurück ins Erzgebirge kommen wollen. Das Erzgebirge hat ja auch einiges zu bieten. So ist der Erzgebirgskreis einer der sichersten in ganz Deutschland. Die Wohnkosten oder auch der Hausbau sind im Vergleich zu vielen anderen Regionen viel günstiger. Auch günstigere Kinderbetreuungskosten sind ein Argument, den Lebensmittelpunkt wieder in die Heimat zu verlegen. So waren es auch zum großen Teil junge Familien, die an diesen trüben und kalten Dezembertag den Weg ins Auer Kulturhaus fanden.

Angebote gab es zahlreich. Dabei waren die Firmen aber nicht nur auf der Suche nach Fachkräften, Ingenieuren und Meistern, auch für Quereinsteiger und Hilfskräfte wurden Wege und Zukunftschancen geboten. “Es ist sehr schön, dass es auch für die Frauen viele Möglichkeiten gibt. Die ganze Familie soll ja hier im Erzgebirge eine Zukunft haben”, erklärt IGA-Koordinatorin Angelika Unger. Aber auch viele Ältere Arbeitnehmer sahen sich ganz genau die Angebote an. Viele von ihnen haben familiäre Verpflichtungen, wollen die Eltern unterstützen oder einfach nur zurück nach Hause.

Pendler und Arbeitsuchende erhalten im Internet unter www.fachkraefte-erzgebirge.de weitere Informationen. Über 1.000 freie Stellen werden hier derzeit angeboten.

Daniela und Andreas Radtke aus Niederdorf kamen, um sich die Angebote einmal anzuschauen. Vielleicht kann er irgendwann mal mit der Pendelei aufhören.

 

 

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