Pia Findeiß erhält die “Statue B”

Völlig überwältigt nahm Oberbürgermeisterin Pia Findeiß die “Statue B” von Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, entgegen. Foto: A. Jagals

Zwickau. Der Papst hat sie, Bundekanzlerin Angela Merkel hat sie und nun auch Zwickaus Oberbürgermeisterin Pia Findeiß: die Statue B. Und wer eine mit Tränen der Rührung kämpfende Stadtchefin  sehen wollte, wäre zur Verleihung dieser am Mittwochmittag im Robert-Schumann-Haus genau richtig gewesen. Angenommen hat sie die hohe Auszeichnung “in Vertretung aller  Kommunalpolitiker und Bürger, die sich gegen rechte Gewalt und ein friedliches Miteinander einsetzen”, so Findeiß.

Das Präsidium des Internationalen Auschwitz Komitees in Brüssel entschied, die Oberbürgermeisterin der Stadt Zwickau, Dr. Pia Findeiß, mit der Statue „B“ auszuzeichnen und damit ihr kontinuierliches, ermutigendes und bürgerschaftliches Engagement gegen die Gefahren des Rechtsextremismus und für die Bewahrung der Erinnerung an die Schrecken des Holocaust und die Zerstörung der Demokratie zu ehren.

Wähhrend der Preisverleihung  erzählte Christoph Heubner, Exekutiv-Vizepräsident des Internationalen Auschwitz Komitees, von dem Besuch eines Auschwitz-Überlebenden in Zwickau. Das war 2006. Unbedingt wollte der Mann namens Raphael, ein Franzose, noch einmal nach Zwickau. Und so kam es auch. Der Hintergrund: Die damalige Fahrt von Auschwitz nach Dachau verlief durch Zwickau. Gemeinsam mit einem anderen jungen Mann, Ernest, sprang er ab. Soldaten erschossen ihn. Raphael sagte, er sei (ursprünglich)Türke, was auch stimmte. Sie gingen mit ihm in eine Imbissstube und brachten ihn anschließend wieder zum Zug in Richtung Auschwitz. Er überlebte, konnte sich aber nie von Ernest verabschieden. Das holte Raphael im Jahr 2006 nach.”Und schon damals gingen Sie mit großer Empathie auf Raphael zu”, sagte Heubner. “Diese Auszeichnung ist für Sie, für Sie als Persönlichkeit und als Frau.”

Die Statue ist dem Buchstaben „B“ in der Aufschrift „ARBEIT MACHT FREI“ nachempfunden, den die Häftlinge in Auschwitz bei der von der SS befohlenen Herstellung des Lagerschildes heimlich auf den Kopf gestellt hatten und wurde von der französischen Künstlerin Michèle Déodat entworfen. Sie wird von Auszubildenden der Volkswagen AG in Hannover gefertigt. “Danke, dass Sie so sind und sich nicht einschüchtern lassen”, sagte Sarah Luise Dittrich, Auszubildende der VW AG in Zwickau, die zur Verleihung ihre Grußworte an Pia Findeiß richtete.

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