Plauener atmen auf: Keine Bombe gefunden

Ein gepanzerter Spezialbagger legte die drei verdächtigen Stücke frei. Glücklicherweise stellten sich alle drei als Schrott heraus. Foto: Sebastian Höfer

Von Sebastian Höfer

Entwarnung im Plauener Syratal. Die bei Sondierungsbohrungen gefundenen Verdachtsobjekte haben sich als Schrottteile entpuppt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden gab am Freitagmittag Entwarnung. Ein Evakuierungs-Szenario bleibt den rund 12.000 Plauenern im betroffenen Räumungsradius erspart.

In Vorbereitung auf beginnende Tiefbauarbeiten an der Hainstraße in Plauen, wurden in den letzten Wochen sogenannte Sondierungsbohrungen durchgeführt. Diese werden veranlasst, sobald ein Verdacht auf Kampfmittel besteht. Auf einer Länge von 50 Metern hat eine darauf spezialisierte Zwickauer Firma rund 30 Bohrungen und Untersuchungen durchgeführt. Die Auswertung zeigte drei verbleibende Verdachtsbereiche, die am Freitag mithilfe eines gepanzerten Spezialbaggers frei gelegt worden. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Dresden war vor Ort und gab nach Kontrolle der freigelegten Verdachtspunkte Entwarnung.

Im Ernstfall viele soziale Einrichtungen betroffen

Beim Fund einer 250 Kilo-Bombe wären im Umkreis von 1.000 Metern um die Fundstelle schätzungsweise 12.000 Einwohner und etliche soziale Einrichtungen von einer Evakuierung betroffen.

Die betroffenen Anwohner hätten bis zur endgültigen Entschärfung der Bombe, ihre Wohnungen verlassen müssen. Eine Sammelunterkunft war zwischenzeitlich in der Kurt-Helbig-Sporthalle eingerichtet worden, für jene die nicht bei Familie und Bekannten unterkommen können.

Immer wieder kommt es bei Bauarbeiten in der Spitzenstadt zu Verdachtsmomenten und Bombenfunden. Im Zweiten Weltkrieg wurden rund Dreiviertel aller Gebäude der Stadt zerstört. Insgesamt wurden rund 5.000 Tonnen Bombenlast auf die Spitzenstadt abgeworfen. Darunter etliche Blindgänger, die heute noch im Erdreich liegen. Auf den Quadratkilometer hochgerechnet, erlitt Plauen die schwersten Angriffe aller Großstädte in Sachsen. Beim schwersten Bombenangriff in der Nacht auf den 11. April 1945 verloren 890 Einwohner ihr Leben.

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