Politik mit der Jugend

Bürgermeister Uwe Weinert und einige Teilnehmer des 6. Kinder- und Jugendstammtisches. Bei den Heranwachsenden fand die Idee, ein Jugendparlament zu gründen, viel Zustimmung. Foto: Uwe Wolf

Hartmannsdorf. Das die Jugend Einfluss auf die Kommunalpolitik nehmen kann, ist kein Märchen. Jugendparlamente, Jugendbeiräte oder Jugendstadträte bringen sich in einigen Orten aktiv in das politische Geschehen ein. In Hartmannsdorf soll nun ein Jugendparlament gegründet werden. Das ist das Ergebnis des nunmehr 6. Kinder- und Jugendstammtisches, zu dem Bürgermeister Uwe Weinert eingeladen hatte. „Im Jugendparlament können die Jugendlichen ihre Ideen und Interessen einbringen. Die Beschlüsse werden dann in den Gemeinderat eingebracht. Und da ist es ganz gewiss nicht so, dass die Dinge des Jugendparlamentes ignoriert werden. Vielmehr wird man diese diskutieren und in die Beschlüsse mit einbeziehen.“

Mit der Gründung eines Jugendgremiums will der Ort die Jugendlichen in die Kommunalpolitik mit einbeziehen. In größeren Städten schon Gang und Gebe ist solch ein Parlament in kleineren Kommunen wie Hartmannsdorf schon etwas Besonderes. „Das Gremium beschäftigt sich mit kinder- und jugendrelevanten Themen“, meinte Hauptamtsleiter Sven Weiser. „So geht es beispielsweise um Freizeit- und Sportangebote, um Dinge, welche die Jugend bewegt und ihr wichtig ist.“

Bisher wurde die Politik nicht an den Heranwachsenden vorbei praktiziert. Per Kinder- und Jugendstammtisch konnte sie sich einbringen. Das die Ideen und Vorschläge nicht umsonst sind belegen zwei aktuelle Beispiele. So kam die Idee für die Spielplatzerweiterung gegenüber dem Aquapark von den Jugendlichen. „Viele der Anregungen haben wir umgesetzt. So gibt es unter anderem Scater, ein Spielfeld, Lümmelbänke, Hängematte und einen Fahrradparcours“, so Bürgermeister Uwe Weinert. Das sei ganz sicher etwas Interessantes für die Jugendlichen.

Auch deren Anregung für einen Jugendclub wird von der Kommune verfolgt. Bisherige Bemühungen scheiterten an geeigneten Räumen. Nun könnte es eine Lösung geben „Wir planen eine moderne Zweifeldhalle gegenüber dem Freibad. Wir sind derzeit bei der Genehmigung und Beantragung. Rund fünf Millionen Euro wird das Vorhaben kosten“, sagte der Bürgermeister. In das Gebäude soll ein Raum integriert werden, der von außen begehbar ist. Den Raum könnten dann die Jugendlichen und auch Vereine nutzen. „Es wird bei diesem Objekt einen Hallenwart geben und durch Don Bosco könnte ein Pädagoge gestellt werden, so dass auch eine Betreuung abgesichert ist“, so Weinert.

Nun könnte die Jugendpolitik mit der Gründung eines Parlamentes noch konkreter werden. Sechs bis sieben Heranwachsende werden benötigt. Was Finanzmittel betrifft, so stellte Katrin Dietze, Extremismusbeauftragte des Landkreises Mittelsachsen, ihre Unterstützung in Aussicht. „Es gibt die Möglichkeit, einen eigenen Fond für das Jugendparlament einzurichten, dessen Verwendung dann genau abgerechnet werden muss“, erklärte sie. „Ich unterstütze das Vorhaben in Hartmannsdorf und berate gern dazu.“ uw

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