Positive Signale aus dem „Bethlehemstift“ in Zwönitz

Im Zentrum der Corona-Infektionen des Erzgebirgskreises ist man Schritt für Schritt auf dem Weg zur Normalität. Blicke vom Balkon lassen die Menschen lächeln. Foto: Diakonie

Wenn Blick lächelnd machen

Von Sven Günther
Zwönitz. Wann immer über Corona-Infizierte im Erzgebirge gesprochen wurde, war das „Bethlehemstift“ der Diakonie in Zwönitz Teil des Themas. Hier gab es den ersten tödlichen Verlauf, hier stieg die Zahl der Betroffenen schnell, hier hatte sich der Virus eingenistet. Anfang April waren 51 Bewohner und 33 Pflegekräfte positiv getestet worden.
Aktuell bewohnen 67 Menschen mit einem Durchschnittalter von 86 Jahren die Einrichtung. Seit Ausbruch der Pandemie wurde 14 Todesfälle gezählt. Jetzt kommen endlich positive Signale aus dem Pflegeheim. Diakonie-Sprecherin Katharina Neukirchner: „Letzte Woche war erneut ein mobiles Team des HELIOS-Klinikums im Haus. 20 Bewohner sind negativ getestet worden, die nach dem letzten Abstrich mit Covid-19 infiziert waren, ein zweiter Test zur Bestätigung folgt. Laut den vorliegenden Testergebnissen gibt es keine Neuerkrankungen. Diese ermutigende Tatsache nehmen wir mit großer Dankbarkeit wahr.“ Noch ein Fakt stimmt freudig: Es gibt 16 Bewohner, die seit dem Ausbruch vor dem Virus bewahrt worden sind .
„Auch wenn dies noch nicht die Rückkehr in den Normalbetrieb unseres Pflegeheims bedeutet, greifen wir nach jedem hoffnungsbringenden Strohhalm. Es gibt unseren Mitarbeitenden neue Entschlossenheit und Zuversicht in dieser Zeit“, sagt Katharina Neukirchner.

Langsam, ganz langsam entspannt sich die Situation im Diakonie-Pflegeheim „Bethlehemstift“ in Zwönitz. Die Testergebnisse machen Hoffnung, Bewohner und Mitarbeiter gehen mit der angespannten Situation inzwischen routiniert um. Katharina Neukirchner: „Die würdevolle Pflege und Betreuung jedes einzelnen Bewohners ist für uns eine Herzenssache. Wir trauern gemeinsam mit den Angehörigen der Verstorbenen und versuchen unseren Mitarbeitenden durch seelsorgerlichen Beistand Trost zu schenken.“

Die Angehörigen zeigen Verständnis, akzeptieren das Besuchsverbot. Katharina Neukirchner: „Die vereinbarten Blickkontakte über die Balkone erfreuen sich großer Beliebtheit – bei herrlichem Frühlingswetter. Ein paar herzliche Zurufe oder das stumme Winken, wenn Worte fehlen, schenken Freude und so manches Lächeln auf den Gesichtern. Auch neue Kommunikationswege geben Hoffnung. So mancher Bewohner hat sich in der vergangenen Woche mit der Technik der Tablets angefreundet und nimmt nun über Videotelefonie Kontakt zu seinen Liebsten auf.“

Und weiter: „Wir sind überwältigt von dem großen Engagement, Einfallsreichtum und Mitgefühl aus der gesamten Region. Zum Beispiel beteiligten sich Zwönitzer Firmen und Initiativen mit viel Kreativität an zahlreichen liebevoll gefüllten Überraschungstaschen.
Für die tollen Geschenke, die selbstgebastelten Kunstwerke der Kinder, Briefe, Präsentkörbe, lieben Worte und Kuchenpäckchen bedanken wir uns besonders. Das zeigt den Zusammenhalt in und um Zwönitz und bewegt uns sehr.“

Jobs in Deiner Region

Facebook