Projekt des FHWE touristisch doppelt wertvoll

Anlässlich der Übergabe des Fördermittelbescheides für die Sanierung des Empfangsgebäudes des Bahnhofs Schönheide Ost wurde dort eine Zuggarnitur des zukünftigen „Wilzschhaus Nostalgie-Express“ aufgestellt. Foto: Holger Drosdeck (© FHWE)

Bis Jahresende 2018 saniert der Förderverein Historische Westsächsische Eisenbahnen e.V. ( FHWE ) das Empfangsgebäude des Bahnhofs Schönheide Ost. Möglich wird diese auf 195.000 Euro veranschlagte Baumaßnahme, die einen weiteren und wichtigen Schritt in Richtung Reaktivierung des Streckenabschnittes Schönheide Ost – Schönheide Süd darstellt, durch den Erhalt von Fördermitteln in Höhe von 150.000 Euro. Der Landrat des Erzgebirgskreises Frank Vogel hatte den Fördermittelbescheid aus dem LEADER-Programm im Beisein des Sächsischen Staatsministers für Umwelt und Landwirtschaft Thomas Schmidt übergeben.

Einfach wird diese Baumaßnahme für den Verein dennoch nicht, denn der FHWE wird einen Eigenanteil von rund 45.000 Euro zu tragen haben. Das Vorhaben umfasst zum einen die umfassende Außensanierung des Empfangsgebäudes inklusive einer Reparatur des Daches, der Fassadensanierung, den teilweisen Austausch von Türen und Fenstern bzw. der Sanierung noch verwendungsfähiger Türen und Fenster.

Der Bahnhof Schönheide Ost soll als Gesamtensemble in vollständiger und authentischer Form erhalten bleiben. Des Weiteren wird die komplette Haustechnik erneuert, sprich sämtliche Medien wie Elektroinstallation, Wasser- und Abwasserleitungen, Blitzschutzanlage usw. Analog zu Schönheide Süd erfolgt die Innensanierung zunächst im Erdgeschoss. Auf diese Weise werden unter anderem auch der historische Warteraum mit seiner gusseisernen Jugendstilsäule in der Mitte, der Fahrkarten- sowie der Gepäckschalter und andere, einst eisenbahntypische Funktionsräume eines Bahnhofsgebäudes wiederhergestellt.

FHWE will Strecke erweitern

Ziel des FHWE ist es, den seit 2008 zwischen Schönheide Süd und Hammerbrücke bestehenden Motordraisinenverkehr „Wernesgrüner Schienen-Express“ auf die beiden bisher noch nicht regulär befahrenen Streckenteile Schönheide Ost – Schönheide Süd sowie Hammerbrücke – Muldenberg auszudehnen. Für einen dauerhaften und öffentlichen Fahrverkehr müssen allerdings zwischen Schönheide Ost und Süd in einigen Bereichen des Streckengleises verbrauchte Schwellen ausgetauscht und der Oberbau stabilisiert werden.

Im Rahmen einer sinnvollen touristischen Entwicklung kann dem Bahnhofsgebäude Schönheide Ost deshalb die wichtige Doppelrolle zukommen. Es soll zukünftig seine ursprüngliche Funktion als Zugangsstelle zu den Zügen des FHWE in Richtung Schönheide Süd/Muldenberg wieder wahrnehmen, kann aber auch als Zwischenstation für die Radfahrer auf dem Muldentalradweg dienen. Vorstellbar wäre ein Rastplatz mit öffentlichen Toiletten und auch perspektivisch eine gastronomische Einrichtung. Außerdem soll sich der Bahnhof Schönheide Ost zu einem Umsteigepunkt zwischen Bahn und Rad bzw. umgekehrt entwickeln. pm/hb

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