Radwegbau: Neue Verwendung für alte Bahnstrecke

In Jahresfrist: Auf dem Rad auf 7,5 km von Freiberg nach Halsbrücke. Foto: Steffen Ulbricht

Im Jahre 1975 endete zwischen Freiberg und Halsbrücke der Reisezugverkehr – doch in Jahresfrist soll die 7.500 Meter lange Trasse eine neue Belebung als schöner Radweg erfahren. Dieser Radweg war auch Hauptaugenmerk einer Arbeitsberatung in der Gemeindeverwaltung Halsbrücke am 24. April zwischen Vertretern der Kommunalpolitik und Abteilungsleiter Bernd Sablotny vom SMWA. Voraussetzung für den Trial war der (dankenswerte) Erwerb der Trasse durch die Gemeinde Halsbrücke und die Saxonia Standort- und Entwicklungsgesellschaft mbH.
„Es ist eine sinnvolle und wichtige Erschließungsmaßnahme“, so Halsbrückes Bürgermeister Andreas Beger, „und hat besonders für den zunehmend touristischen Radverkehr einen hohen Stellenwert.“
Ein weiterer Teilnehmer der Beratung, Freibergs Baubürgermeister Holger Reuter (CDU) führte aus: „Die Radwegestrecke könnte man weiter fortführen im Freiberger Stadtgebiet bis zur Frauensteiner Straße und an den dort befindlichen Radweg in Richtung Süden anschließen.
Und MdL Steve Ittershagen (ebenfalls CDU) resümierte: „… wenn es uns dann noch gelingt, in der Ortslage Langenrinne die bestehende Lücke nach Weißenborn zu schließen, wäre die Sache so richtig rund.“
Hintergrund zur Bahnstrecke: Die Bauarbeiten zur Halsbrücker Stichbahn hatten im April 1889 begonnen. Nach nur einem Jahr Bauzeit wurde sie am 13. Juli 1890, gemeinsam (!) mit den Strecken Berthelsdorf–Großhartmannsdorf und Brand-Erbisdorf–Langenau eröffnet. Die Strecke verlässt den Bahnhof Freiberg in östlicher Richtung, um dann in einem Bogen nach Norden zu schwenken. Erste Station war der Bhf. Freiberg-Ost, mit 422 m NN auch höchster Punkt. Der weitere Verlauf ist nördlich beziehungsweise nordöstlich bis zum Erreichen des Hp. Tuttendorf, der Endbahnhof Halsbrücke liegt auf 326 m NN. Somit überwindet die Strecke einen Höhenunterschied von 96 Metern.
Die Bedeutung der Strecke lag eher im Güterverkehr. Neben den Schachtanlagen Reiche Zeche, Turmhofschacht und Davidschacht besaßen eine ganze Reihe weiterer Unternehmen im Freiberger Norden Anschlussgleise. In den 60er Jahren entstand eine zwei Kilometer lange Anschlussbahn zum DBI, welche in den 80er Jahren noch einen Abzweig zum neugebauten Heizkraftwerk Nord erhielt. Nach der Einstellung des Bergbaues anno 1969 begann der Niedergang. Am 1. Juni 1975 wurde der Reisezugverkehr eingestellt, Güterverkehr von Freiberg-Ost bis Halsbrücke fand noch bis 1995 statt.

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