Rasender Roland restauriert

Hans Thomas Reichelt und Sohn Hans Reichelt vor dem restaurierten Rasenden Roland. Foto: Kenny Langer

Rügen-Lok im Erzgebirge restauriert

Olbernhau. Schnaufend, hupend und ratternd dampft die Lok und glänzt mit der Sonne um die Wette. Nagelneu wirkt die Dampflok vom Typ MH 53, innen und außen. Dabei ist die Lok 1925 in Stettin gebaut worden. Seit vielen Jahrzehnten sie ihre Dienste als Bäderbahn „Rasender Roland“ auf der Insel Rügen – doch das Schnaufen und Hupen ertönte jetzt in Olbernhau.
Hier wurde der Lok von der Küste eine Rundum-Kur verpasst. Die Experten der Firma „Dampftechnik Reichelt“ drehten die fast 100 Jahre alte Lok sprichwörtlich auf Links, viele Unikat-Teile mussten dabei nachgebaut und ersetzt werden. Nicht ohne Grund waren die Macher aud Olbernhau überglücklich, dieses Projekt gemeistert zu haben. Wie Hans Reichelt, der Juniorchef, mit strahlenden Augen erzählte, waren es sehr anstrengende und nervenaufreibende Monate, in denen der „Rasende Roland“ in alle Einzelteile zerlegt wurde, alle Teile geprüft und sogar einige Eigenkonstruktion erschaffen wurden.
Nun glänzt die Lok wie wohl zuletzt 1925 und durfte auf dem Hof auf einem speziellen Testgestell ihren ersten Testlauf unter Dampf absolvieren. In Kürze wird MH53 wieder zurück auf die Insel gebracht, um ab Mitte September der strahlende Blickfang auf Rügen zu sein.

 

Info:

Die Rügensche Kleinbahn (RüKB) betrieb zwischen 1895 und 1945 ein ausgedehntes Schmalspurbahnnetz mit einer Spurweite von 750 Millimetern auf der Insel Rügen in Mecklenburg-Vorpommern. Nach mehreren Besitzerwechseln und Stilllegungen von Streckenteilen wird heute noch der Rasender Roland (Liniennummer: RB 32[1]) genannte Teil von Putbus über Binz, Sellin und Baabe nach Göhren befahren, seit 2008 von der Eisenbahn-Bau- und Betriebsgesellschaft Pressnitztalbahn (PRESS) aus Jöhstadt (Geschäftsbereich Rügensche Bäderbahn (RüBB)). Auf dieser 24,1 km langen Strecke verkehren Dampflokomotiven und Wagen, die teilweise fast 100 Jahre alt sind.

Volldampf im Stillstand! Die Lok wurde auf einem speziellen Gestell getestet. Foto: Kenny Langer

 

 

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