Reinhold Beckmanns zweite Saite

Reinhold Beckmann gastiert am 20. März als Musiker in der Alten Brauerei Annaberg-Buchholz. Foto: Haberland

Reinhold Beckmann: Freispiel mit Begleitung

Von Sven Günther
Ob er sich immer am 14. August ein kleines Extra gönnt? An diesem Tag des Jahres 1992 trat Reinhold Beckmann, der später in der TV-Karriere als sensibler Interviewer mit eigener Talkshow brillierte, aus dem Schatten ins Scheinwerferlicht, moderierte die erste ran-Sendung auf SAT.1, dem Sender, der sich  damals das Recht erkauft hatte, die Fußballbundesliga zu übertragen. In Erinnerung geblieben ist Beckmanns rote Jeansjacke und das Wort-Scharmützel mit Trainer Udo Lattek, der wegen vieler Werbeaufnäher am Trainingsanzug und auf der Kappe, von Beckmann als Litfaßsäule geschimpft wurde…

Die FAZ schrieb: “Mit einer nicht enden wollenden Fröhlichkeit, die in keinerlei Verhältnis zum Trübsinn dieses ersten Spieltags stand, suchte Reinhold Beckmann den permanenten Blickkontakt zum Zuschauer. Seine gute Laune scherte sich nicht um die nervöse Fahrigkeit der meisten Spiele, die weder Brillanz noch Dramatik aufkommen ließen… Auch die Reporter der Spiele konnten sich kaum zügeln in ihren Evokationen der Begeisterung, wobei auch noch die schwächsten Aktionen von einer allumfassend freundlich-positiven Sicht aufgefangen wurden…:”

Beckmann hatte mit “ran” die Berichterstattung über den Fußball entstaubt, kommerzialisiert und boulevardesk aufbereitet. Noch heute glänzt er als Experte mit Fachwissen, freut sich mindestens genau so, wenn er folgende Sätze über sich liest:

“Gespielt wird Blues, Jazz, Polka und Rumba – zum Hören und auch gelegentlich zum Tanzen, erfrischend weit weg vom seichten Mainstream…” Mainpost

“… man denkt an den besseren Stephan Sulke, an Reinhard Mey natürlich, aber auch an Paolo Conte oder Adriano Celentano.” Frankfurter Allgemeine Zeitung

“Angelehnt am Barjazz liefert der Ex-Revolutionär des deutschen Sportfernsehens beste Unterhaltung der kleinen Bühne.” Ostsee Zeitung

“Derart eingängig sind seine Stücke – das muss man erst mal können. Fast zwei Stunden lang steht Beckmann auf der Bühne und genießt offenbar jede Minute. Groß ist der Schlussapplaus – und den hat er sich redlich verdient.” Aachener Zeitung

“Würde Beckmann mit viel Geld ein paar gute Musiker zusammentrommeln und Coversongs präsentieren, müsste man wohl davon ausgehen, dass hier jemand seine Bekanntheit nutzt, um auf anderem Gebiet abzuräumen. Doch hier stellt sich ein ernsthafter Künstler mit eigenen Texten und eigener (Band-) Musik der Kritik – und das ist wunderbar.” Mannheimer Morgen

“Dass er das Gitarrenspiel beherrscht, demonstrierte der Künstler gleich zu Beginn mit einer jazzigen Ballade, die er unaufgeregt und rhythmisch sicher begleitete.” Husumer Nachrichten

Beckmann, der Musiker. Am 20. März kann man sich in der Alten Brauerei Annaberg-Buchholz davon überzeugen, ob der Fußball-Fachmann auch mit Stimme und Gitarre zu spielen weiß. Mit seinem Gitarristen Johannes Wennrich stellt er an diesem Abend Lieder seines aktuellen Albums FREISPIEL vor.

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