Reisen wie die Vorfahren

Am 2. Juli startet der Historische Besiedlungszuig. Über 100 Kilometer Wegstrecke liegen vor den Teilnehmern. Foto: Miskus

Am 2. Juli startet der Historische Besiedlungszuig. Über 100 Kilometer Wegstrecke liegen vor den Teilnehmern. Foto: Miskus

Region. Männer, Frauen, Kinder, ja ganze Familien starten Anfang Juli wieder eine Reise der besonderen Art. Bis zu 180 Personen bilden für neun Tage das Siedlervolk, das, angeführt vom Lokator, wie anno 1156 in der heute mittelsächsischen Gegend auf der Suche nach einer neuen Heimat ist. Sie empfinden die Strecken nach, die einst unsere Vorfahren gegangen sein könnten, um die Wälder des Miriquidi, des undurchdringlichen Urwaldes, urbar zu machen. Damals folgten sie dem Ruf des Markgrafen Otto von Wettin. Der sächsische Herrscher versprach den Neuankömmlingen dafür Land, Auskommen und Steuerfreiheit.

Die Kolonne der neuzeitlichen Siedler besteht aus etwa 17 Planwagen, die 50 bis 100 Jahre alt sind und von 50 Pferden gezogen werden. Des Weiteren reihen sich auch noch Esel, Ziegen und Hunde ein. Für alle Beteiligten ist es ein Urlaubsereignis, bei dem nicht zuletzt das Gemeinschaftsleben im Vordergrund steht. Während der bei jedem Wetter stattfindenden Fußmärsche wird sich über Gott und die Welt unterhalten oder einfach die Ruhe und die Natur genossen.

Der Verwaltung und des Erlebbarmachens dieses Stückes mittelsächsischer Geschichte hat sich der Verein Historischer Besiedlungszug A. D. 1156 e. V. angenommen. Dieses Kulturspektakel im Rahmen des Mittelsächsischen Kultursommers ist sei 1994 deutschlandweit – wenn nicht sogar in Europa – das einzige seiner Art.

Start und feierliche Eröffnung sind in diesem Jahr in der Mittelalterlichen Bergstadt Bleiberg in Sachsenburg. Auf ihrer Wegstrecke in den Tälern von Chemnitz, Zschopau, kleiner und großer Striegis sowie der Mulde legen sie insgesamt über 100 km zurück. Täglich trifft der Tross gegen 14 Uhr an den Tagesstationen ein und ab 16 Uhr können Gäste und Schaulustige das Lagerleben beschnuppern. Auch in diesem Jahr sorgen Musiker, Gaukler und allerhand unterhaltsame Programmpunkte für Kurzweil der Siedler und der Besucher. gg

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