,,Rennsport und Textil“

Museumsleiterin Marina Palm mit dem MT 77 aus dem Jahre 1978 von Manfred Glöckner. Der Rennwagen ist ein Highlight der neuen Ausstellung und kann durch das Museum erworben werden. Foto: Uwe Wolf

Hohenstein-Ernstthal. Der Verbindung von Rennsport und Textilien widmet sich derzeit das Textil- und Rennsportmuseum. Blickfang der Sonderausstellung ist zweifelsohne der Rennwagen ,,MT 77“ (Bj. 1988) der dem Museum als Kaufangebot vorliegt. In dieser Rennwagenklasse wurden von 1980 bis 1989 auf dem Sachsenring jährlich Rennen ausgetragen. Der ,,MT 77“ steilt mit seiner Werbebeschriftung ,,Malimo“ eine besondere Verbindung von Rennsport und Textil im Sinne des Ausstellungsvorhabens dar. Der Rennfahrer wurde gesponsert vom VEB Malitex, dem Hersteller des 1949 als Patent angemeldeten textiltechnischen Verfahrens zur Herstellung eines Nähgewirkes mit dem Markennamen ,,Malimo“. „Wir möchten natürlich gern den Rennwagen kaufen, denn er ist ein bedeutendes Exponat. Dafür werden Fördermittel beantragt“, so Museumsleiterin Marina Palm.

Ebenso ein Highlight ist die Rennkombi von Jorge Lorenzo. Er trug sie bei seinem Sturz 2016 auf dem Sachsenring. „Wir haben auch Textilien, die dem Schutz dienen, zum Beispiel gegen Feuer, Stiche oder Schnitte“, sagte die Museumsleiterin. „Die Proben dürfen von den Besuchern angefasst werden.“

Das neue Ausstellungsprojekt ,,Rennsport und Textil“ will mit der Sonderausstellung die Leistungen der heutigen sächsischen Textilindustrie thematisieren, die stark gekennzeichnet ist durch Produkte im Segment technische Textilien und Funktionsbekleidung. In der Bevölkerung sind diese Produkte und Entwicklungen noch eher unbekannt. Dabei lasst sich das Thema nicht nur auf die Bekleidung der Rennfahrer und des technischen Personals reduzieren, sondern widerspiegelt sich auch in den technischen Bereichen wie Fahrzeug, Reifen und Schutzhelm oder im Straßenbau der Rennstrecke.

Das Ausstellungsprojekt ,,Rennsport und Textil“ ist zunächst als Sonderausstellung von Juli bis Oktober 2017 angelegt. Daran anschließend soll daraus eine kleine ständige Ausstellung entwickelt werden, die in der Etage der Dauerausstellung ,,Legenden vom Ring“ in einem separaten Raum dauerhaft gezeigt wird.

Die Ausstellung ist in die drei großen Themenfelder gegliedert: Mensch: Leistung, Sicherheit, Gesundheit, Technik: Fahrzeug, Reifen und Rennstrecke: Straßenbau. In einer zweiten Ebene der Sonderausstellung sollen die technischen Textilien der vorgestellten Firmen in textilen Wandobjekten verarbeitet werden. Sie stellen damit den

Bezug zu unserem besonderen textilen Schwerpunkt der industriell gefertigten Wandteppiche her. Ausstellungen aus der aktuellen Patchwork- und Quiltkunstszene in Deutschland gehören seit einigen Jahren zum Programm des Museums. Für die Mitglieder der Patchwork Gilde Deutschland e. V., Region Sachsen; Thüringen und Sachsen-Anhalt, hat sich das Museum bereits zu einen festen Kommunikationspunkt entwickelt. Diese Ebene verstärkt die technischen Textilien und die Verbindung zum Rennsport mit einem künstlerischen Ansatz und führt auch aus diesem Interessenbereich zusätzlich Besucher in die Ausstellung. uw

Gewinnspiele
Facebook