Rodrigo Pastore: „Sind auf dem richtigen Weg“

Niners-Chefcoach Rodrigo Pastore. Foto: Jan Stimpel/Archiv

77:76 gegen den FC Bayern, 93:92 gegen die Baskets aus Bonn: In den letzten beiden Partien haben die Niners den Fans eine regelrechte Nervenschlacht geboten. Hauchdünn schrammen sie gegen die Bayern an der Sensation vorbei, fast verlieren sie nach drei offensiv starken Viertel im Bonn-Krimi.

Nervenstärke haben aber vor allem Marcus Thornton und Isiaha Mike am Freitag (16. Januar) gegen die Baskets bewiesen.

 

Mit einem Monsterdunk beziehungsweise nervenstarken Freiwürfen retteten beide ihr Team doch noch in die Verlängerung und letztlich vor der neunten Niederlage.

+++Anzeige+++

WochenENDspiegel-Redakteurin Judith Hauße sprach mit Headcoach Rodrigo Pastore über die Stimmung in der Mannschaft, neue Anwärter auf der Position von Weggang Wes Clark und worauf es nun ankommt. 

„Sind auf dem richtigen Weg“

WochenENDspiegel: Vorweg: Was hat sich mit dem BBL-Aufstieg im Leben eines Rodrigo Pastore verändert?

Rodrigo Pastore: Eigentlich nicht viel. Wie schon zuvor in der zweiten Liga versuche ich jedes Spiel und jedes Training mit höchster Konzentration und bestmöglicher Vorbereitung anzugehen. Der einzige große Unterschied ist, dass jetzt zwischen den einzelnen Partien weniger Zeit bleibt, weil in der BBL mehr Mannschaften spielen und die Saisondauer durch die Coronapandemie verkürzt wurde.

Wie geht’s einer Mannschaft nach einem Fast-Sieg gegen Bayern München?

Pastore: Trotz der knappen Niederlage freue ich mich über die positive Entwicklung des Teams. Wir hatten gerade zu Saisonbeginn große Schwierigkeiten durch Verletzungen und die doppelte Quarantäne. Mittlerweile sind wir aber konkurrenzfähig und blicken den kommenden Wochen optimistisch entgegen.

Nach einem eher holprigen Start konnten inzwischen Siege eingeholt werden, was ist jetzt anders als am Anfang?
Inwieweit spielten Nervosität und personelle Gründe zu Beginn der BBL-Saison eine Rolle?

Pastore: Man konnte schon ein, zwei Wochen vor unserem ersten BBL-Sieg in Gießen sehen, dass die Mannschaft entscheidende Fortschritte machte. Dieser Aufwärtstrend setzte sich anschließend weiter fort. Dabei hilft natürlich, dass verletzte Spieler zurückkehren und sich alle zunehmend an das BBL-Niveau gewöhnen. Vor allem aber haben die Jungs unsere Spielidee besser verinnerlicht, agieren mehr als Team zusammen, teilen den Ball und kreieren füreinander. Defensiv bringen wir mittlerweile mehr Intensität aufs Parkett und können so auch mal den Gegner stoppen. Natürlich ist da noch Luft für weitere Verbesserungen, aber ich bin überzeugt, dass wir auf dem richtigen Weg sind.

Die Mannschaft hat im Vergleich zu anderen Teams eine hohe Turnover- und Foulquote. Welche Schwerpunkte gilt es daher in Hinblick auf die weitere Saison anzugehen?

Pastore: Auch in der zweiten Liga hatten wir oftmals ein paar mehr Ballverluste als unsere Gegner. Das ist der Preis, den man bezahlen muss, wenn man mit so viel Ballbewegung wie wir spielen, um stets den noch besser postierten Schützen zu finden.
Auf der anderen Seite verschafft uns diese Spielweise eine sehr gute Trefferquote. Unabhängig davon sind wir ein vergleichsweise junges und auf BBL-Level relativ unerfahrenes Team. Da passieren einfach Fehler und die Spieler brauchen etwas Zeit, um sich an dieses Level, an die Athletik und Geschwindigkeit in der BBL zu gewöhnen.

Wes Clark hat die Ausstiegsklausel gezückt. Wie wollen Sie die Lücke schließen und gibt es bereits einen neuen Anwärter auf der Position?
Wie stehen die Chancen?

Pastore: Wir behalten den Spielermarkt stets im Blick. Das machen mittlerweile eigentlich alle Teams in der BBL und den anderen europäischen Topligen so. Falls sich zeitnah eine Chance ergibt, einen ähnlich guten Spieler wie Wes Clark nach Chemnitz zu holen, dann werden wir natürlich versuchen, es auch zu realisieren.

Gegen Top-Mannschaften, wie eben der FC Bayern, hat sich das Team immer wieder teuer verkauft. Ein Aufwärtstrend ist zu beobachten. Können die Niners das inzwischen erarbeitete Nervenkostüm in den nächsten Spielen halten, insbesondere Jonas Richter wirkt immer noch sehr nervös?

Pastore: Um weiterhin erfolgreich zu sein, müssen wir jeden Tag versuchen, das Beste aus uns herauszuholen, unsere „Team-First-Mentalität“ beibehalten, gleichzeitig bescheiden, aber auch ehrgeizig auftreten. Wir hatten in dieser Saison schon mit einigen Widrigkeiten zu kämpfen und werden sicher auch noch viele weitere Herausforderungen erleben. Mit einer positiven Einstellung und dem Willen an sich zu arbeiten, wird dieses Team und jeder einzelne Spieler unseren Fans aber noch viel Freude bereiten.

 

Jobs in Deiner Region

Facebook