Rotlicht-Alarm in Chemnitz

Rotlicht-Alarm. Am Montag wird der Nischel aus Protest ab 22 Uhr rot angeleuchtet. Foto/Montage: Archiv

Wenn der Marx-Kopf rot leuchtet…

Von Sven Günther
Chemnitz. Es ist der Kampf ums Überleben einer ganzen Branche! Am Montag schlagen Veranstalter in ganz Deutschland Rotlicht-Alarm. In der sogenannten „night of light“ werden Eventhäuser und Symbol-Stätten ab 22 Uhr rot angestrahlt. In Chemnitz sind es u.a. der Marx-Nischel, die Stadhalle, die Schönherr-Fabrik, der Uferstrand, der Bahnhof Wittgensdorf, die Veranstaltungshalle Kraftverkehr (Mercedes Schloz-Wöllenstein).

Auch im Erzgebirge gibt es entsprechende Aktionen. So gibt es Rotlicht-Alarm am Eventhaus Bärenstein (u.a. mit Unterstützung von StereoAct) und auf dem Auersberg, wo die LEC Gmbh (Lasershows) für das Licht und Gitarrenvirtuose Vicente Patíz für den Sound sorgt.

Robert Jacob, GF Firma JAPO Konzert-und Veranstaltungs GmbH sag: „Die Aktion „night of light“ ist ein weiterer Hilferuf an die Politik. Wir haben schon auf unsere Situation am 05.06.20 in Dresden auf dem Theaterplatz mit einem LKW-Korso und einer Kundgebung aufmerksam gemacht. Es ist dringend notwendig direkte Hilfen von der Politik zu erhalten. Die Branche wurde komplett auf Null gesetzte und hat aktuell ein Berufsverbot.
Es hängen 100.000 Arbeitsplätze daran und wir haben null Möglichkeit überhaupt irgendwas zu planen. Gastronomie, Bäder, Schulen, Einzelhandel, Tourismus können alle wieder mit Einschränkungen arbeiten, aber wir sind komplett auf Zero…..und niemand kann uns sagen, wann unser Berufsverbot aufgehoben wird. Daher benötigt die Branche schnelle und direkte Hilfe der Politik. Wir sind keine Nischenbrachen, wir sind viele 1000te solo, klein und Mittelständler!!!!“

Randy Reichel vom Evenhaus Bärenstein: “ “Wenn wir nicht auf unsere Probleme aufmerksam machen, wird uns auch nicht geholfen. Wir waren die Ersten, die betroffen waren und sind die Letzten, die Hilfe bekommen. First in – Last out – kein Wunder, dass meine Kollegen und ich ROT sehen!“

Auch Prominente sind am Start. So ist die Kult-Band Karat nach dem erfolgreichen Hotel-Rockkonzert im Penta-Hotel Chemnitz in einem Video-Dreh dabei, Moderatorin Inka unterstützt die Aktion auf ihrer Facebookseite.

Konzert-Ausfälle, Veranstaltersorgen, kulturelle Schockstarre. Wenn ein Politiker ein Lied davon spielen kann, ist es Sachsens FDP-Chef Frank Müller-Rosentritt. Der Chemnitzer Bundestagsabgeordnete ist selbst aktiver Blasmusiker, bringt das Flügelhorn bei den berühmten Heidelbachtalmusikanten ins Spiel. Er unterstützt die Aktion, sagt: „Die Situation der Eventbranche ist eine dramatische. Deshalb ist es auch mir wichtig darauf Aufmerksam zu machen und dabei bin ich gern behilflich. Ich hoffe sehr, dass hierdurch der Dialog mit der gesamten Politik hergestellt wird, und dadurch eine Lösung für die Veranstaltungswirtschaft gefunden werden kann.“

Das Doppelleben des Frank Müller-Rosentritt. Rechts als FDP-Bundestagsabgeordneter der Region, links als Flügelhornspieler der Heidelbachtal Musikanten. Fotos: privat/FDP

Immerhin: In Sachsen schimmert Hoffnung am Horizont. Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) kündigte an, dass ab September Feste und Musikveranstaltungen unter strengen Hygiene-Auflagen stattfinden können.

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