Rückblick und Ausblick – vor dem Relegationsspiel

FCE-Präsident Helge Leonhardt mit Trainer Hannes Drews. Beide werden die Mannschaft jetzt auf die beiden Relegationsspiele gegen den KSC einschwören. Foto: FCE

Rückblick

Die Mikrofone wurden ihm nach dem Abpfiff in Darmstadt blitzartig unter die Nase gehalten. MDR, Sky, Radioreporter. Alle wollen eine Einschätzung des FCE Präsidenten zum Spiel – und sie bekamen knallharte Antworten.
Helge Leonhardt: „Das ist eine Sauerei. Wir wurden verschaukelt. Ich weiß nicht, ob fahrlässig oder vorsätzlich. Das müssen andere prüfen, dafür gibt es Staatsanwälte und den DFB. Vielleicht sollte man mal die Konten der Schiedsrichter überprüfen. Ob die was kriegen. Ich weiß es nicht. Das riecht ja hier. Ein so klares Tor nicht zu geben, ist in so einem Spiel eine bodenlose Frechheit.“ Wegen dieser Aussagen ermittelt aktuell der DFB gegen Leonhardt.

Medien kritisieren Schiedsrichter

Auch die Zeitungen waren sich einig: Der Schiedsrichter war an der Niederlage schuld. BILD titelte: „Schiri klaut Aue die vorzeitige Rettung“ und „AUE-WUT nach TOR-KLAU“! Bei Focus online hieß es: „Aue muss in die Relegation – Treffer nicht anerkannt.“ In der Westfalenpost las sich das so: „Aue wird verschaukelt und muss in die Relegation!“ Auf Sport1.de stand: „Eklat! Schiri klaut Aue Treffer“

Nachdem Abpfiff schwörte sich die Mannschaft auf die bevorstehenden Relegationsspiel ein. Foto: Alexander Gerber

Ausblick

Martin Männel hofft auf positives Ende

Klar, dass auch die Spieler das Thema beschäftigte. Martin Männel: „Zunächst ein Dankeschön für die Unterstützung durch die Fans, die mit in Darmstadt waren. Sie haben 90 Minuten alles gegeben. Die Mannschaft stand dem in nichts nach, hat sich sieben bis acht große Chancen herausgespielt. Wir müssen uns ankreiden lassen, dass wir keinen Ball so über die Linie gebracht haben, dass auch ein Schiedsrichter nichts mehr ausrichten konnte. Natürlich ist es ärgerlich, wenn in der ersten Halbzeit ein Tor nicht gegeben wird, wo der Ball klar hinter der Linie ist und wenn ein Handelfmeter übersehen wird. Wenn man Ende dann zwei oder drei Torschüsse des Gegners zulässt, von denen einer durchrutscht und wir dann als Verlierer den Platz verlassen und man sieht, dass ein 0:0 gereicht hätte, ist das umso bitterer. Aber wir stecken nicht auf, sondern nehmen die Situation so wie sie ist. Ich habe vor ein paar Tagen zu meiner Frau scherzhaft gesagt, dass man neuen Erfahrungen gegenüber immer aufgeschlossen sein sollte. Ich hätte auf diese neue Erfahrung absolut verzichten können.

Aber eine Relegation zu spielen, ist hier für jeden sicher auch nochmal etwas neues. Wir werden die Aufgabe so angehen, wie die letzten beiden Spiele auch. Sehr fokussiert und konzentriert. Wir haben schon eine Idee, was der KSC gegen uns machen will und wollen aus der Situation das beste herausholen. Wenn wir unser Gesicht, das wir in den letzten beiden Spielen gezeigt haben, auf den Platz bringen, können wir die Saison positiv abschließen. Es gilt, das negative Ende von heute in ein positives Ende der Saison zu drehen.“

Christian Tiffert glaubt an die Mannschaft

Christian Tiffert: „Da wir jetzt noch zwei Spiele haben, kann ich nur sagen: Wenn ich das mit meinen 36 Jahren schaffe, dann können das alle anderen auch. Heute ist eine berechtigte Enttäuschung da. Aber morgen freuen wir uns alle drauf. Was mir Mut macht, ist das Spiel gegen Dresden, wo wir nichts zugelassen haben. Auch heute gegen Darmstadt, haben wir, losgelöst vom Ergebnis und vom Tabellenplatz, ein Riesenspiel gemacht. Ich bin Stolz auf die Jungs, wie sie mit dem Druck umgegangen sind. Wir waren alle aufgeregt und angespannt, denn es ging um wahnsinnig viel. Jetzt sind wir nicht diejenigen, die abgestiegen sind sondern die Mannschaft, die in zwei Spielen immer noch alles vesuchen kann. Wenn wir auftreten, wie in den letzten beiden, in der Abwehr ordentlich stehen, nach vorne Mut zeigen und viele Chancen herausspielen, können wir das schaffen. Daran glaube ich fest.
Es geht nicht darum, denn Schiedsrichter zu kritisieren oder nicht. Das ist jetzt vorbei. Will ich auch nicht machen.“

Der FC Erzgebirge hat einspruch gegen die Wertung des Spiels gegen Darmstadt 98 eingelegt. Der DFB wies diesen als unbegründet zurück. “Die Entscheidungen des Schiedsrichters sind als unanfechtbare Tatsachenentscheidungen zu werten. Zudem ist der Verdacht einer vorsätzlichen Spielmanipulation aus der Luft gegriffen und nicht ansatzweise nachgewiesen”, erklärte Hans E. Lorenz, der Vorsitzender des Sportgerichts. Der FCE legte erneut Einspruch ein und beantragte eine mündliche Verhandlung. Diese findet am heute (13.30 Uhr) unter der Leitung von Hans E. Lorenz, dem Vorsitzenden des DFB-Sportgerichts, statt.

Ungeachtet dessen läuft für die Mannschaft die Vorbereitung auf das erste Spiel in der Relegation am 18. Mai in Karlsruhe. Das Spiel wird 18.15 Uhr im ZDF übertragen.

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