Sachsen: Die 98-Millionen-Euro-Diebe

96.146 vollendete Diebstähle wurden von den Beamten im Dresdner Landeskriminalamt registriert. Täglich 263! Der Schaden: 98 Millionen Euro. 268.493 Euro jeden Tag. Foto: pixabay.com

Täglich 263 Diebstähle in Sachsen

Von Sven Günther.
Sachsen. Es vergeht keine Stunde, in der nicht wenigstens ZEHN Sachsen im Freistaat beklaut werden. Ladenbesitzer, Einkaufsbummler, Weihnachtsmarktbesucher, Mieter, Fabrikanten, Laubenpieper, Autoparker.
96.146 vollendete Diebstähle wurden von den Beamten im Dresdner Landeskriminalamt registriert. Täglich 263! Der Schaden: 98 Millionen Euro. 268.493 Euro jeden Tag. In rund 30 Prozent der Taten (28 166 Fälle) lag der Wert der Beute unter 50 Euro.

Gesunken ist im Freistaat die Zahl der Wohnungseinbrüche. 2313 Fälle stehen in der Statistik. Dazu 1688, bei denen die Ganoven an Türen oder Fenstern scheiterten respektive gestört wurden. Der Schaden in diesem Bereich: 6,8 Millionen Euro. Immerhin auch 18.624 Euro täglich.
Dazu kommen sachsenweit 9479 Einbrüche in Keller, Böden oder Waschküchen, 4021 in Lager, Büros und Werkstätten sowie 870 Einbrüche in Gaststätten und Hotels.

 

 

Auch die Zahlen für Südwestsachsen registrierte die Polizei.

Einbrüche in Chemnitz in
Keller/Böden/Waschküchen: 2091
Wohnungen: 542
Büros/Lager/Werkstätten: 360
Gaststätten/Hotels: 66
Gartenlauben: 555

Einbrüche in Mittelsachsen in
Keller/Böden/Waschküchen: 133
Wohnungen: 141
Büros/Lager/Werkstätten: 214
Gaststätten/Hotels: 17
Gartenlauben: 621

Einbrüche in Zwickau in
Keller/Böden/Waschküchen: 301
Wohnungen: 187
Büros/Lager/Werkstätten: 214
Gaststätten/Hotels: 26
Gartenlauben: 606

Einbrüche im Vogtland in
Keller/Böden/Waschküchen: 284
Wohnungen: 114
Büros/Lager/Werkstätten: 210
Gaststätten/Hotels: 36
Gartenlauben: 487

Einbrüche im Erzgebirge in
Keller/Böden/Waschküchen: 112
Wohnungen: 117
Büros/Lager/Werkstätten: 132
Gaststätten/Hotels: 26
Gartenlauben: 449

Ein Sprecher des LKA: „Jeder Wohnungseinbruch ist ein Einbruch zu viel, er belastet die Betroffenen zum Teil erheblich. Neben dem materiellen Schaden sind häufig auch dauerhafte psychische Störungen Folgen für die Opfer. Daher sollten Sie sich generell und speziell für die Urlaubszeit um die Sicherung Ihrer vier Wände Gedanken machen.“

Während bei Straftaten gegen das Leben die Aufklärungsquote bei 93 Prozent liegt, werden nur 29,6 Prozent der Diebe und 15,6 Prozent der Einbrecher gefasst. Ein Grund mehr, sein Eigentum zu schützen.

Hier die wichtigsten Tipps der Polizei zum Thema Einbruch

• Gekippte Fenster und Terrassentüren sind eine Einladung für Diebe. Lediglich ins Schloss gezogene Türen stellen kaum ein Hindernis für Einbrecher dar. Machen Sie deshalb Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit stets zu und schließen Sie die Haustür immer richtig ab.

• Eine weit verbreitete Unsitte ist das Deponieren von “Notschlüsseln” unter Fußabtretern, in Dachrinnen oder unter Blumenkästen. Die Täter kennen diese Verstecke.

• Vermeiden Sie während einer Urlaubsreise den Eindruck, dass Ihre Wohnung oder das Haus zurzeit unbewohnt sind. Ständig heruntergelassene Rollläden, zugezogene Vorhänge, überquellende Briefkästen oder verräterische Anrufbeantworteransagen am Telefon („Wir sind im Urlaub“) sind hilfreiche Hinweise für Einbrecher. Auch der lange nicht gemähte Rasen signalisiert: Hier ist gerade niemand zu Hause.

• Organisieren Sie eine funktionierende Nachbarschaftshilfe, getreu nach der Devise: “Vorsicht! Wachsamer Nachbar”! Tauschen Sie Adressen und Telefonnummern zur gegenseitigen Information aus.

• Achten Sie bei Ihren Urlaubsgrüßen über die Sozialen Netzwerke wem und was Sie über sich preisgeben. Auch hier finden potentielle Einbrecher Anhaltspunkte zu temporär verwaisten Wohnungen

• Nicht weggeschlossene Gartenmöbel oder sonstige Einstiegshilfen sind für Einbrecher geradezu eine Einladung, übers Fenster in die Wohnung einzusteigen. Sichern Sie beispielsweise Ihre Mülltonnen mit einer Kette, damit sie von Einbrechern nicht zweckentfremdet genutzt werden können.

• Legen Sie Wert auf den richtigen Einbruchschutz, nutzen Sie mechanische und elektronische Sicherungstechnik für die Absicherung Ihres Eigentums. Einen Kredit oder Zuschuss erhalten Eigentümer und Vermieter im Rahmen von KfW-Förderprodukten.(mehr Infos unter www.kfw.de)

Tipps zum Thema Taschendiebe

+ Nehmen Sie nur so viel Bargeld mit, wie Sie benötigen.

+ Vermeiden Sie, dass Fremde beim Bezahlen Einblick in Ihre Geldbörse oder Brieftasche bekommen.

+ Achten Sie bewusst auf Ihre persönlichen Sachen, besonders in dichtem Gedränge.

+ Tragen Sie Geld, Scheck- und Kreditkarten, Handy, Schlüssel und Papiere in verschlossenen Innentaschen Ihrer Kleidung.

+ Benutzen Sie Brustbeutel, Gürteltasche, Geldgürtel oder am Gürtel angekettete Geldbörse.

+ Verschließen Sie Hand- und Umhängetaschen und tragen Sie diese auf der Körpervorderseite oder unter den Arm geklemmt.

+ Sollten Ihnen Zahlungskarten abhandengekommen sein, lassen Sie diese sofort für den weiteren Gebrauch sperren, am besten telefonisch über den bundesweiten Sperr-Notruf 116 116.

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